Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock muss einen weiteren prominenten Rückschlag in Europa hinnehmen. Der niederländische Pensionsfonds PME beendet nach rund zehn Jahren die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern. Ein Eigenkapitalmandat in Höhe von 5 Milliarden Euro wird künftig von der Großbank UBS sowie vom niederländischen Pensions- und Vermögensverwalter MN übernommen.
Auslöser ist laut PME die strategische Neuausrichtung Blackrocks beim Thema Nachhaltigkeit. Insbesondere der Austritt aus der Net Zero Asset Managers Initiative (NZAMI) im Januar habe das Vertrauen erschüttert. Der Fonds bemängelt, dass Klimarisiken im Investmentprozess nicht mehr ausreichend berücksichtigt würden. Bloomberg hatte zuerst über den Schritt berichtet.
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Bereits im Frühjahr hatte PME öffentlich erklärt, gezielt nach Vermögensverwaltern zu suchen, die sich klar gegen die wachsende Anti-Klima-Agenda der US-Regierung positionieren. Der Fonds betont, er strebe einen ausgewogenen Mix aus Risiko, Rendite und Nachhaltigkeit an – und sehe diesen Anspruch bei Blackrock nicht mehr erfüllt.
PME ist mit rund 70 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen einer der bedeutenden Pensionsfonds der Niederlande. Er sichert die Renten von etwa 170.000 Beschäftigten und Ruheständlern aus dem Energie- und Metallsektor.
Für Blackrock ist es nicht der erste Verlust dieser Art. Bereits im September hatte der ebenfalls niederländische Pensionsfonds PFZW ein Mandat über 14 Milliarden Euro abgezogen – ebenfalls mit Verweis auf unzureichende Nachhaltigkeitsambitionen.
Der erneute Mandatsentzug erhöht den Druck auf Blackrock-Chef Larry Fink. Der Konzern verwaltet weltweit rund 11,5 Billionen US-Dollar und ist an etwa 30 Standorten aktiv. Dennoch zeigt der Fall, dass insbesondere europäische institutionelle Investoren beim Thema Klima und ESG zunehmend konsequent handeln – selbst gegenüber Marktführern.




