BHP prüft nach Gesprächen mit südafrikanischen Behörden die Wiederaufnahme seiner Übernahmeofferte für Anglo American.
Der australische Bergbaukonzern BHP plant möglicherweise die Wiederaufnahme seines gescheiterten Übernahmeversuchs der in Johannesburg ansässigen Anglo American. CEO Mike Henry und Chief Development Officer Catherine Raw trafen sich letzte Woche mit Regierungsvertretern und der staatseigenen Investmentgesellschaft Public Investment Corporation (PIC), um die Möglichkeiten einer erneuten Offerte zu erörtern. Sollte ein Angebot erfolgen, würde es den aktuellen Marktwert von Anglo American von £2,8 Milliarden übertreffen.
Diese Gespräche deuten darauf hin, dass BHP trotz seiner bisherigen Aussage, sich auf organisches Wachstum zu konzentrieren, seine Strategie überdenken könnte. Die Übernahme von V-Wave im vergangenen Quartal für 1,7 Milliarden US-Dollar und der jüngste Kauf von Shockwave Medical für 13,1 Milliarden US-Dollar zeigen eine verstärkte Akquisitionsaktivität, die BHP’s Position als führender Kupferproduzent stärken soll. „Der Konsens ist, dass sie zurückkommen, wenn sie es hinbekommen,“ sagte ein Banker, während ein anderer die Übernahme als ein „offenes Geheimnis“ bezeichnete.
Anglo American reagiert auf die Übernahmebemühungen mit einer radikalen Restrukturierung, einschließlich des Verkaufs von vier großen Geschäftseinheiten, um das Unternehmen auf Kupfer und Eisenerz zu fokussieren. BHP dürfte jedoch zögern, bevor diese Verkäufe abgeschlossen sind, um nicht die Kontrolle über südaafrikanische Platinminen und De Beers Diamantenunternehmen zu übernehmen, die Anglo gerade veräußert. Diese Dynamik könnte andere Bieter anziehen, sobald Anglo seine Restrukturierung abgeschlossen hat. „Sobald das Management von Anglo aufgeräumt hat, werden sie ein einfaches Ziel sein,“ sagte der CEO eines großen Bergbauunternehmens.
Trotz der angespannten Situation bleiben die Aussichten für eine erfolgreiche Übernahme positiv, da die strategischen Investitionen von BHP und die Unterstützung durch PIC sowie die südafrikanische Regierung die Chancen erhöhen. Der Abschluss einer erneuten Offerte hängt jedoch von der finalen Entscheidung nach dem Auslaufen der Standstill-Periode am 29. November ab.



