Die Bank of England will die Bonus-Wartezeiten für leitende Banker verkürzen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und wirtschaftliches Wachstum zu fördern.
Die Bank of England erwägt, die Frist für die Auszahlung von Boni an leitende Banker von bisher acht auf fünf Jahre zu reduzieren. Sam Woods, Chef der Prudential Regulation Authority (PRA), erklärte, dass Großbritannien mit seinen derzeitigen Regelungen zum Bonusaufschub ein „Ausreißer“ sei. Die Anpassung zielt darauf ab, wirtschaftliches Wachstum zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden.
Unter den neuen Plänen könnten auch andere Führungskräfte ihre Boni bereits nach vier Jahren erhalten. Zudem wäre es möglich, einen Teil der Bonuszahlungen schon im ersten Jahr auszuzahlen, anstatt wie bisher drei Jahre warten zu müssen. Woods betonte, dass die langen Wartezeiten „länger sind, als sie sein müssen, um die richtigen Anreize für Sicherheit und Solidität zu schaffen“.
Während die EU einen Bonusaufschub von bis zu fünf Jahren verlangt und die USA keine entsprechenden Vorgaben haben, würden die geplanten Änderungen Großbritannien näher an internationale Standards heranführen. Die PRA plant zudem, bestehende Regelungen zu „überarbeiten und zu verfeinern“, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.
Adrian Crawford, Arbeitsrechtspartner bei der Kanzlei Kingsley Napley, begrüßte die Vorschläge und meinte, die bisherigen Regeln würden von vielen als „politisches Banker-Bashing“ statt als echtes Risikomanagement angesehen. Die Anpassungen könnten Großbritannien für international mobile Top-Banker attraktiver machen.
Die Äußerungen von Woods folgen nur wenige Tage, nachdem Oppositionsführer Sir Keir Starmer angekündigt hatte, die britische Bürokratie „umzukrempeln“ und die Regulierungsbehörden aufgefordert hatte, Wachstum zu priorisieren. Die britischen Finanzaufsichtsbehörden stehen unter verstärktem Druck, ihrem zusätzlichen Ziel nachzukommen, das ihnen von der vorherigen konservativen Regierung auferlegt wurde.
Nikhil Rathi, Chef der Financial Conduct Authority (FCA), versprach unterdessen Anpassungen bei den Plänen, Unternehmen, die untersucht werden, öffentlich zu benennen. Nach Kritik aus der Branche soll die FCA den betroffenen Firmen mehr Vorlaufzeit geben, bevor ihre Namen veröffentlicht werden. Rathi räumte ein, dass „das Urteil noch aussteht, ob die FCA hilft, Wachstum zu erzielen“ und fügte hinzu: „Wir haben eindeutig noch mehr zu tun.“



