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Aurubis unter Druck: Umwelt- und Menschenrechtsvorwürfe aus Peru

  • Aurubis steht wegen Umwelt- und Menschenrechtsvorwürfen aus Peru in der Kritik.
  • Misereor fordert Einhaltung des deutschen Lieferkettengesetzes, Bußgelder drohen.

Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis steht erneut in der Kritik. Misereor und die peruanische Menschenrechtsorganisation Red Muqui werfen dem Unternehmen vor, Kupfer aus Minen zu beziehen, die Umwelt- und Menschenrechtsverstöße begehen.

Misereor hat beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zwei Beschwerden eingereicht. Aurubis soll Kupferkonzentrat aus peruanischen Minen beziehen, die Grundwasser vergiften und Luft verschmutzen. Diese Emissionen sollen Atemwegserkrankungen bei Anwohnern verursacht haben.

Die betroffenen Minen stehen seit Jahren in der Kritik. Dokumente legen nahe, dass Aurubis über 145.000 Tonnen Kupferkonzentrat aus diesen Minen bezogen hat. Die Vorwürfe treffen Aurubis in einer Phase erhöhter Sensibilität.

Seit April prüft das BAFA die Lieferbeziehungen von Aurubis zu einer mexikanischen Mine, die 2014 einen Unfall mit Schwermetallbelastung verursachte. Die Frage bleibt, ob Aurubis seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat.

Aurubis äußert sich nicht zu einzelnen Lieferanten, verweist jedoch auf internationale Standards wie die EU-Konfliktmineralien-Verordnung und die OECD-Leitlinien. Die Kritik aus Peru ist deutlich: Der Abbau sei mit hohen Risiken verbunden.

Misereor-Experte Mattes Tempelmann fordert von Aurubis, die Vorgaben des deutschen Lieferkettengesetzes einzuhalten. Bei Verstößen drohen theoretisch Bußgelder von bis zu 340 Millionen Euro, praktisch ist dies jedoch unwahrscheinlich.

Kupfer ist zentral für Stromnetze, Elektromobilität und die Energiewende. Die Nachfrage soll bis 2050 um 70 Prozent steigen. Doch kaum eine Mine arbeitet ohne Kritik, und Recycling allein kann die Nachfrage nicht decken.

Die strukturelle Problemlage macht Aurubis verwundbar. Als einer der größten Kupferimporteure steht das Unternehmen im Fokus globaler Lieferketten-Debatten. Die neuen Beschwerden aus Peru treffen Aurubis zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Während politische Vorgaben lockerer werden, fordern NGOs mehr Transparenz und Verantwortung. Aurubis muss nachweisen, dass es nicht nur gesetzliche Mindeststandards erfüllt, sondern auch glaubwürdig mit den Risiken einer umstrittenen Lieferkette umgeht.

Quelle: Eulerpool Research Systems