Warner Bros Discovery sichert mit aggressivem Schuldenrückkauf die Aufspaltung 2026 und kauft sich Gläubigervertrauen zurück.
Warner Bros Discovery (WBD) hat eine zentrale Hürde für die geplante Aufspaltung des Medienkonzerns überwunden: Die Mehrheit der Anleihegläubiger stimmte einem strukturierten Rückkauf von Schuldtiteln in Höhe von über 14 Milliarden US-Dollar zu – ein seltener strategischer Erfolg für CEO David Zaslav. Insgesamt beläuft sich die verbleibende Schuldenlast des Konzerns nun auf rund 22 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 55 Milliarden US-Dollar zur Zeit der Fusion von Time Warner und Discovery im Jahr 2022.
Im Gegenzug für den vorgezogenen Rückkauf – teilweise zu weniger als 80 Prozent des Nominalwerts – akzeptierten die Gläubiger gelockerte Covenants, also Vertragsbedingungen, die zukünftige Verschuldung betreffen. Zudem verzichteten sie auf das Recht, sofortige Rückzahlung zu verlangen, sollte WBD nach der Aufspaltung erneut verkauft werden. Damit schafft der Konzern wichtige finanzielle Freiräume für die für 2026 geplante Trennung in zwei eigenständige Unternehmen: eine Einheit rund um Streaming und Studios (inklusive HBO), die andere bestehend aus klassischen TV-Kanälen wie CNN und Turner.
Die Maßnahme war auch angesichts der jüngsten Herabstufungen durch S&P, Moody’s und Fitch notwendig geworden. In einem Marktumfeld, das zunehmend zwischen Investment Grade und spekulativer Bonität unterscheidet, galt der rasche Rückkauf als Signal für Handlungsfähigkeit. Dennoch stieß der Vorgang nicht bei allen Marktbeobachtern auf Zustimmung: Analysten von CreditSights verglichen die aggressiven Rückkaufbedingungen eher mit Strategien notleidender Emittenten denn mit Investment-Grade-konformen Aktionen.
WBD-Finanzchef Gunnar Wiedenfels verteidigte den Schritt: „Das ist ein faires Angebot – für Anleihegläubiger und Aktionäre gleichermaßen.“ Barclays-Analysten lobten die Strategie als proaktive Brücke zu den Gläubigern. Dass der Konzern die Gelegenheit ergriff, bevor sich Anleihepreise weiter verschlechtern, werteten sie als Zeichen konstruktiver Gesprächsbereitschaft.
Die Finanzierung des Rückkaufs erfolgt über einen von JPMorgan bereitgestellten 17-Milliarden-Dollar-Bridge Loan, der zu einem späteren Zeitpunkt in langfristige Verbindlichkeiten umgewandelt werden soll. Diese neuen Verbindlichkeiten sind vorrangig gegenüber den bestehenden WBD-Anleihen – ein Punkt, der bei manchen Bondholdern zu Verunsicherung über ihre Rückzahlungspriorität geführt hat. Insbesondere die Frage, wie sich die aussterbende Sparte Network Television auf die Bonität der neuen Strukturen auswirkt, bleibt offen.




