Vier-Säulen-Abkommen: Grönland im Fokus der globalen Sicherheitsarchitektur
- US-Präsident Trump und Nato-Generalsekretär Rutte initiieren ein Vier-Säulen-Abkommen für Grönland.
- Grönland könnte ein zentraler Baustein für ein globales Raketenabwehrsystem werden.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos überraschte US-Präsident Donald Trump mit einer diplomatischen Wende. Nach anfänglichen Spannungen im Grönland-Streit signalisierte er Deeskalation und legte mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte den Grundstein für ein Vier-Säulen-Abkommen.
Im Mittelpunkt steht die Arktis, insbesondere Grönland, als geostrategischer Schlüsselraum. Die Insel könnte ein zentraler Baustein für ein globales Raketenabwehrsystem werden, das den nordatlantischen und arktischen Raum einbindet.
Der „Grönland-Deal“ umfasst vier Kernelemente, wobei der Vorschlag, ausgewählte Militärbasen unter US-Hoheit zu stellen, für geopolitische Brisanz sorgt. Vorbild sind die britischen „Sovereign Base Areas“ auf Zypern.
Die USA planen, die Pituffik Space Base zu erweitern und neue Stützpunkte zu errichten. Dänemark und die autonome Regierung in Nuuk zeigen sich offen für eine stärkere amerikanische Präsenz.
Trump kündigte weitere Gespräche an und betraute Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und Sondergesandten Steve Witkoff mit der Ausarbeitung. Eine militärische Annexion schloss er aus, sprach jedoch von einem möglichen „Kauf“.
Rechtlich bleibt die Lage heikel. Dänemark widerspricht einer Abtretung Grönlands, und die grönländische Bevölkerung fordert Mitsprache. Die Nato hat kein Mandat, über die Zukunft der Insel zu verhandeln.
Der Vorstoß in Davos zeigt, wie die Arktis vom Randgebiet zum strategischen Zentrum der Weltpolitik aufgestiegen ist. Sollten die USA souveräne Militärbasen erhalten, würde dies die Sicherheitsarchitektur des Nordatlantiks dauerhaft verändern.