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Venezuelas Ölreserven: Potenzial und Herausforderungen nach Maduros Festnahme

  • Venezuela besitzt die größten Rohölreserven, produziert jedoch nur einen Bruchteil seines Potenzials.
  • Ein Regimewechsel könnte die Förderung steigern, erfordert jedoch Investitionen und politische Stabilität.

Venezuela besitzt die größten Rohölreserven der Welt, produziert jedoch nur einen Bruchteil seines Potenzials. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro und Ankündigungen aus Washington rückt die Ölfrage ins Zentrum der geopolitischen Debatte.

Mit 304 Milliarden Barrel hält Venezuela 17 Prozent der globalen Ölreserven. Die Förderung liegt bei unter einer Million Barrel pro Tag, weniger als ein Prozent der Weltproduktion. Seit 2013 brach die Förderung um 70 Prozent ein, bedingt durch Sanktionen und Missmanagement.

Zwei Drittel der Reserven liegen im Orinoco-Becken und bestehen aus Schweröl. Dessen Förderung ist teuer und technisch anspruchsvoll. Sanktionen erschweren den Zugang zu Ersatzteilen und Know-how, was die Marktfähigkeit des Öls beeinträchtigt.

Rund 85 Prozent der Exporte gehen nach China. Ein politischer Kurswechsel könnte diese Ströme verschieben. US-Raffinerien sind auf Schweröl ausgelegt, und ein breiterer Markteintritt könnte Chinas Anteil verringern, was strategisch unerwünscht wäre.

Ein Regimewechsel erhöht die Förderung nicht sofort. Branchenanalysen erwarten ein bis zwei Jahre, um die Produktion auf zwei Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Dafür sind Reparaturen und Investitionen von 15–20 Milliarden US-Dollar nötig.

Mittelfristig könnte Venezuelas Öl das globale Angebot erhöhen und die Preisvolatilität senken. Kurzfristig bleibt der Effekt begrenzt durch Infrastruktur- und Governance-Engpässe. Als OPEC-Mitglied müssen Förderausweitungen politisch abgestimmt werden.

Ein Regimewechsel öffnet die Tür, garantiert aber keinen schnellen Durchbruch. Venezuelas Öl ist reichlich, aber teuer und komplex. Ein gradueller Wiederaufbau über Jahre ist realistisch, mit Gewinnern vor allem unter westlichen Ölkonzernen.

Quelle: Eulerpool Research Systems