Unruhe bei ZF Friedrichshafen: Vertragsverlängerung von Lea Corzilius unter juristischem Vorbehalt
- Vertragsverlängerung von Lea Corzilius bei ZF Friedrichshafen unter juristischem Vorbehalt.
- Massive Restrukturierung bei ZF mit bis zu 14.000 Stellenstreichungen in Deutschland geplant.
Die Vertragsverlängerung von Personalvorständin Lea Corzilius bei ZF Friedrichshafen bis 2031 steht auf wackeligen Beinen. Ein zweites Votum wurde nötig, da die erste Abstimmung möglicherweise juristisch anfechtbar war.
Aufsichtsratschef Rolf Breidenbach ließ die Abstimmung wiederholen, nachdem Zweifel an der formalen Korrektheit der ersten Entscheidung aufkamen. Eine geheime Wahl wurde im November abgelehnt, stattdessen entschied eine knappe Mehrheit mit Breidenbachs Doppelstimme.
Die Personalie Corzilius ist umstritten. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat lehnten die Verlängerung ab. Corzilius gilt als kühl und zahlengetrieben, was in Zeiten massiver Einschnitte für Unmut sorgt.
Im Sommer 2025 schloss Corzilius betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Ihre sachliche Kommunikation wird auf ihren Hintergrund in der Strategieberatung zurückgeführt. In kleineren Runden zeigt sie sich zugänglicher.
ZF befindet sich in einer Restrukturierung, bei der bis zu 14.000 Stellen in Deutschland wegfallen sollen. Besonders betroffen ist die Antriebssparte Division E mit 7.600 geplanten Stellenstreichungen.
Karikaturen und Berichte über eine angebliche Gehaltserhöhung sorgten für Unmut. Corzilius spricht von einer Kampagne gegen sie. Sie betont, im Interesse der Beschäftigten zu handeln und setzt auf sozialverträgliche Abfindungsprogramme.
Die aktuelle Phase ist von persönlichen Angriffen geprägt. Corzilius will sich nicht daran gewöhnen und fordert sachliche Konfliktlösungen im Unternehmensinteresse.
Der ungewöhnliche Vorgang im Aufsichtsrat könnte ein Vorgeschmack auf weitere Auseinandersetzungen sein. ZF plant möglicherweise Produktionsverlagerungen ins Ausland, was Standorte wie Schweinfurt betrifft.
Corzilius wird erneut im Zentrum schwieriger Verhandlungen stehen. Ihr Rückhalt im Aufsichtsrat und in der Belegschaft wird auf die Probe gestellt.