Skip to content

Umbenennung der Berliner Mohrenstraße: Neue Erkenntnisse über Anton Wilhelm Amo

  • Neue Erkenntnisse über Anton Wilhelm Amo werfen Fragen zur Umbenennung der Mohrenstraße auf.
  • Historische Dokumente zeigen, dass Amo zur Elite gehörte und nicht als Sklave nach Europa kam.

Die Umbenennung der Berliner Mohrenstraße in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wird erneut diskutiert. Neue historische Erkenntnisse legen nahe, dass Amo nicht als Sklave nach Europa kam, sondern zur Elite einer politischen Gemeinschaft gehörte, die selbst Sklaven hielt.

Der Sklavereiforscher Michael Zeuske widerspricht der bisherigen Darstellung, Amo sei als versklavter Junge nach Europa verschleppt worden. Dokumente zeigen, dass Amo 1706 bewusst von seiner Familie nach Europa geschickt wurde, begleitet von einem Offizier der Westindischen Kompanie.

Obwohl Amo nicht aktiv am Sklavenhandel beteiligt war, lebte er vermutlich in einem Umfeld, in dem Sklaven gehalten wurden. In afrikanischen Gesellschaften jener Zeit war dies normal, so Zeuske.

Die neuen Erkenntnisse könnten rechtliche Konsequenzen haben, da das Berliner Straßengesetz die Benennung nach Personen mit Kolonialismus- oder Sklavereibezug untersagt. Zeuske fordert eine Neubewertung der Umbenennungsentscheidung, die 2020 von einer grün-roten Mehrheit beschlossen wurde.

Quelle: Eulerpool Research Systems