Tui setzt auf flexible Reiseangebote und Kooperationen für Wachstum mit geringem Kapitaleinsatz
- Tui setzt auf dynamische Reiseangebote und Kooperationen mit Airlines für flexibles Wachstum.
- Im ersten Quartal 2024 stieg die Nachfrage nach dynamischen Paketreisen um 18 Prozent.
Tui plant, sein Geschäftsmodell auf dynamische Reiseangebote umzustellen und mehr Sitzplätze bei Drittanbietern wie Ryanair und easyJet zu verkaufen. Ziel ist es, flexibler auf schwankende Nachfrage zu reagieren und Wachstumschancen risikoarm zu nutzen.
Bisher setzte Tui auf eigene Flugkapazitäten oder den Kauf großer Sitzplatzkontingente. Künftig sollen Kunden aus verschiedenen Airlines und Hotels wählen können, ähnlich wie bei Online-Reiseplattformen wie Booking.com und Expedia.
Konzernchef Sebastian Ebel kündigte an, Kooperationen über Großbritannien hinaus in Skandinavien, Spanien und Nordamerika auszubauen. Diese Strategie soll in einem volatilen Marktumfeld Flexibilität gewährleisten und Investitionen in Flugzeuge reduzieren.
Die Nachfrage im Reisemarkt bleibt trotz hoher Buchungszahlen unsicher. Eine Umfrage ergab, dass 67 Prozent der europäischen Verbraucher 2025 genauso viel oder mehr für Reisen ausgeben wollen, obwohl viele über weniger finanzielle Mittel verfügen.
Im ersten Quartal 2024 konnte Tui mit dynamischen Paketreisen 700.000 Kunden gewinnen, ein Plus von 18 Prozent. Besonders gefragt waren günstige Destinationen wie Ägypten, während die Türkei aufgrund steigender Kosten weniger attraktiv wurde.
Während der Pandemie veräußerte Tui Teile seines Asset-basierten Geschäfts. Der Trend zu dynamischen Paketen markiert eine weitere Abkehr vom klassischen Pauschalreisemodell.