Nach Jahren der Krise meldet sich TUI mit einem operativen Rekordergebnis zurück. Der Reisekonzern steigert Gewinn und Umsatz, kündigt erstmals seit der Pandemie wieder eine Dividende an – und sorgt damit für eine spürbare Neubewertung durch Analysten. JPMorgan und Deutsche Bank ziehen ihre Kursziele deutlich nach oben.
Das Geschäftsjahr 2025 markiert für TUI einen Wendepunkt. Der Konzern erzielte ein bereinigtes EBIT von 1,46 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von rund 13 Prozent. Auch auf der Umsatzseite ging es voran: Die Erlöse stiegen auf 24,2 Milliarden Euro.
Getragen wurde das Wachstum von einer weiter anziehenden Nachfrage. Insgesamt reisten 34,7 Millionen Kunden mit TUI, etwa fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders wichtig für den Kapitalmarkt ist jedoch ein anderes Signal: TUI will wieder Dividende zahlen. Der Vorstand schlägt 0,10 Euro je Aktie vor und signalisiert damit die Rückkehr zu einer nachhaltigeren Normalität nach den Krisenjahren.
Trotz der starken Zahlen blieb die unmittelbare Reaktion an der Börse zunächst verhalten. Nach der Veröffentlichung kam es zu Gewinnmitnahmen, die Aktie schwankte ohne klaren Trend. Dieses typische „Sell-on-Good-News“-Muster verdeutlichte, dass viele Investoren auf eine Bestätigung der neuen Ertragskraft warten.
Genau an diesem Punkt setzen nun die Analystenkommentare an, die das Zahlenwerk in einen längerfristigen Kontext stellen.
Besonders optimistisch äußert sich JPMorgan. Die US-Bank stuft die TUI-Aktie weiterhin mit „Overweight“ ein und hebt das Kursziel auf 13,50 Euro an. Ausschlaggebend seien die deutlich verbesserte operative Marge, Fortschritte beim Schuldenabbau und die Einschätzung, dass die Ertragskraft im aktuellen Kursniveau noch nicht angemessen berücksichtigt werde.
Auch die Deutsche Bank zieht nach. Sie erhöht ihr Kursziel auf 12,00 Euro und bekräftigt ihre Kaufempfehlung. Der Konsens unter Analysten deutet darauf hin, dass TUI fundamental robuster aufgestellt ist, als es der aktuelle Aktienkurs widerspiegelt.
Zum Vergleich: Mit einem Schlusskurs von 8,19 Euro liegt die Aktie klar unter den genannten Zielmarken, notiert aber bereits spürbar über ihrem langfristigen Durchschnitt und deutlich über dem 52-Wochen-Tief.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung ist der Blick nach vorne. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet TUI mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent. Beim bereinigten EBIT stellt das Management ein Plus von 7 bis 10 Prozent in Aussicht.
Besonders die Bereiche Hotels & Resorts sowie das Kreuzfahrtgeschäft gelten als stabile Ertragstreiber. Sie sollen dazu beitragen, das erreichte Gewinnniveau nicht nur zu halten, sondern weiter auszubauen.
Technische Indikatoren liefern derzeit kein Extrembild: Der RSI bewegt sich im neutralen Bereich, die Volatilität ist erhöht, aber nicht außergewöhnlich. Das spricht für ein Marktumfeld, das Raum für eine weitere Neubewertung lässt.
TUI liefert mit Rekordgewinn, Dividendenrückkehr und positivem Ausblick klare Argumente für eine Neubewertung. Die angehobenen Kursziele von JPMorgan und Deutscher Bank unterstreichen, dass viele Analysten im aktuellen Kursniveau noch nicht das volle Potenzial sehen.
Ob sich diese Einschätzung am Markt durchsetzt, wird davon abhängen, ob TUI die angekündigte Ergebnissteigerung 2026 bestätigt. Gelingt das, dürfte sich der Fokus der Anleger zunehmend vom Krisenimage lösen – hin zu einem etablierten, wieder dividendenfähigen Reisekonzern.




