US-Präsident Donald Trump verschärft seinen außenpolitischen Ton: Er verlangt vollständigen Zugriff auf Venezuelas Öl, stellt Militärschläge gegen Kolumbien und den Iran in Aussicht und verspottet Dänemark im Streit um Grönland.
An Bord der „Air Force One“ machte Trump deutlich, worauf es ihm in Venezuela ankommt: nicht auf schnelle Wahlen, sondern auf Ressourcen. Die USA benötigten „vollen Zugang“ zu Öl und anderen Rohstoffen, um das Land wirtschaftlich „wieder aufzubauen“. Demokratische Prozesse hätten derzeit keine Priorität.
Trump betonte, Venezuela sei „kaputt“ und könne nur durch massive Investitionen – insbesondere durch internationale Ölkonzerne – stabilisiert werden. Berichte über Druck auf US-Energieunternehmen, in venezolanische Infrastruktur zu investieren, stützen diesen Kurs.
Gleichzeitig ließ Trump keinen Zweifel daran, dass er militärische Optionen offenhält. Sollte die Übergangsregierung in Venezuela nicht kooperieren, seien weitere Schläge möglich. Auch gegen den Iran erneuerte Trump Warnungen: Sollten Proteste gewaltsam niedergeschlagen werden, drohe eine „harte Reaktion“ der USA.
Besonders scharf fiel Trumps Rhetorik gegenüber Kolumbien aus. Das Land sei „krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der den Drogenhandel fördere. Auf Nachfrage, ob ein Militäreinsatz denkbar sei, antwortete Trump lapidar: „Das klingt für mich gut.“
Auch Europa blieb nicht verschont. Trump erneuerte seinen Anspruch auf Grönland und begründete diesen mit nationaler Sicherheit. Die Insel sei strategisch wichtig und dürfe nicht von russischen oder chinesischen Interessen dominiert werden. Dänemark, dem Grönland gehört, sei dazu nicht in der Lage.
Besonders provokant: Trump machte sich über die dänische Hundeschlittenpatrouille lustig, die Kopenhagen zur Sicherung der Region einsetzt. Dänemarks Regierungschefin wies die Aussagen scharf zurück und sprach von unzulässigen Drohungen.
Ob Venezuela, Kolumbien, Iran oder Grönland – Trumps jüngste Aussagen zeigen eine Außenpolitik, die offen auf Machtprojektion setzt. Rohstoffe, militärischer Druck und öffentliche Provokationen rücken in den Vordergrund. Diplomatie spielt dabei, zumindest rhetorisch, nur noch eine Nebenrolle.




