Donald Trump kündigt einen direkten Eingriff in die venezolanische Ölwirtschaft an. Die USA sollen sanktioniertes Rohöl erhalten, die Einnahmen will der Präsident persönlich kontrollieren. Die Regierung in Caracas schweigt – die internationale Nervosität wächst.
US-Präsident Donald Trump erklärte, Venezuela werde den Vereinigten Staaten zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Rohöl liefern. Umgerechnet entspricht das etwa der gesamten venezolanischen Fördermenge von ein bis zwei Monaten. In welchem Zeitraum diese Lieferungen erfolgen sollen, ließ Trump offen.
Besonders brisant ist Trumps Aussage, er selbst werde die Erlöse aus dem Ölverkauf überwachen. Das Öl solle zum Marktpreis verkauft werden, die Einnahmen stünden unter direkter Kontrolle des US-Präsidenten, um angeblich sowohl dem venezolanischen Volk als auch den USA zu dienen. Ein solcher Zugriff auf Einnahmen eines souveränen Staates ist in der internationalen Politik höchst ungewöhnlich.
Die neue Führung in Caracas äußerte sich bislang nicht zu den Ankündigungen. Für Venezuela ist Öl die wichtigste Devisen- und Einnahmequelle. Ein Verlust der direkten Kontrolle über die Erlöse würde das Land wirtschaftlich hart treffen, gerade in einer Phase politischer Instabilität.
Für die Vereinigten Staaten ist die angekündigte Ölmenge wirtschaftlich von überschaubarer Bedeutung. Die USA fördern selbst rund 14 Millionen Barrel pro Tag. Der finanzielle Effekt der venezolanischen Lieferungen wäre daher gering, der politische Symbolwert dagegen erheblich.
Trump kündigte zudem an, US-Energieunternehmen sollten in Venezuela investieren und die marode Ölindustrie wieder aufbauen. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, der Militäreinsatz und die Festnahme des früheren Staatschefs seien vor allem durch Venezuelas enorme Ölreserven motiviert gewesen.
Die Ankündigung verschärft die ohnehin angespannte Lage in Lateinamerika. Während Washington seinen Einfluss ausweitet, beobachten andere Großmächte die Entwicklung mit Skepsis. Ob aus Trumps Vorstoß ein dauerhaftes Abkommen wird oder lediglich ein politisches Signal bleibt, ist derzeit offen.




