TikTok USA: Larry Ellisons Medienimperium wächst und sorgt für politische Spannungen
- Ein Konsortium unter Larry Ellison übernimmt TikTok USA, beendet den Machtkampf mit ByteDance und beginnt eine neue Medienära.
- Die Kontrolle über Daten und Algorithmen wirft Fragen zur politischen Neutralität und Machtkonzentration auf.
Am 22. Januar 2026 übernimmt ein Investorenkonsortium unter Führung von Larry Ellison die Kontrolle über TikTok USA. Dies markiert das Ende des Machtkampfs zwischen Washington und ByteDance und den Beginn einer neuen Ära in der globalen Medienlandschaft.
Das Joint Venture „TikTok USDS“, bestehend aus Oracle, Silver Lake und MGX, erwirbt 45 Prozent von TikTok USA. ByteDance behält knapp 20 Prozent. Die Kontrolle über Daten, Algorithmen und Sicherheitsstandards liegt nun in den Händen von TikTok USDS.
Oracle wird die Daten hosten und den Empfehlungsalgorithmus überwachen. Dies gibt einem US-Konzern die Macht, zu entscheiden, welche Inhalte Millionen Amerikanern angezeigt werden. Die offizielle Begründung ist der Schutz vor chinesischer Einflussnahme.
Die Kontrolle über den Algorithmus bedeutet auch politische Macht. Wer den Algorithmus kontrolliert, beeinflusst Aufmerksamkeit, Reichweite und Diskurs. Der TikTok-Deal ist Teil einer größeren Strategie der Familie Ellison, ein mächtiges Medien- und Datenimperium aufzubauen.
Die politische Dimension ist besonders brisant. Larry Ellison gilt als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Diese Nähe wirft Fragen auf, ob TikTok politisch neutral bleibt oder Teil eines machtpolitischen Ökosystems wird.
Kritiker sehen ein Warnsignal in der Personalpolitik bei CBS News, wo David Ellison Bari Weiss als Chefredakteurin installierte. Ihr werden Eingriffe in die Berichterstattung und die Blockade Trump-kritischer Beiträge nachgesagt.
Wenn sich dieses redaktionelle Verständnis auf TikTok überträgt, könnte der öffentliche Diskurs in den USA eine neue Phase erleben: weg von ausländischer Einflussnahme, hin zu inländischer Machtkonzentration.
Für die US-Regierung ist der Deal ein sicherheitspolitischer Erfolg. TikTok entzieht sich chinesischem Zugriff, doch die Alternative ist ein privates Machtzentrum, das Technologie, Medien und Politik verbindet.
Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob TikTok chinesische Propaganda verbreitet, sondern ob eine Unternehmerfamilie mit politischer Nähe zu viel Einfluss auf Information und Meinung erhält.
Die Gefahr externer Manipulation mag gebannt sein, doch die Debatte über interne Machtkonzentration beginnt erst.