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Thyssenkrupp: Strategische Neuausrichtung durch Milliardenauftrag in Kanada

  • Thyssenkrupp verhandelt über Milliardenauftrag in Kanada, um U-Boote zu liefern.
  • BlackRock reduziert Anteil an Thyssenkrupp, während Verkaufsprozess der Stahlsparte läuft.

Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) verhandelt über ein Milliarden-Investitionspaket, um einen prestigeträchtigen U-Boot-Auftrag aus Kanada zu gewinnen. Geplant ist die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten der Klasse 212CD mit einem Volumen von über zehn Milliarden Euro.

Der Wettbewerb um den Auftrag ist geopolitisch aufgeladen. Hauptkonkurrent ist der südkoreanische Rüstungskonzern Hanwha Ocean. TKMS hebt die Gespräche auf Regierungsebene, unterstützt vom Bundeskanzleramt und den Ministerien für Wirtschaft und Verteidigung.

Das Angebot von TKMS umfasst mehr als U-Boote. Investitionen in Raumfahrt, Künstliche Intelligenz, Batteriefertigung und Bergbau sind Teil des Offset-Programms. Ziel ist ein industriepolitisches Gesamtpaket mit langfristiger Wertschöpfung in Kanada.

Rund 30 bis 40 Spezialisten arbeiten bei TKMS an dieser Strategie. Konzernchef Oliver Burkhard betont den Paradigmenwechsel: „Es geht nicht mehr nur um U-Boote, sondern um das Gesamtpaket.“

Parallel dazu reduziert BlackRock seinen Stimmrechtsanteil an Thyssenkrupp von 6,52 Prozent auf 5,35 Prozent. Dies zeigt einerseits Vertrauen, andererseits begrenzte Geduld mit dem restrukturierenden Konzern.

Der Verkaufsprozess der Stahlsparte TKSE läuft weiter. Jindal Steel International verhandelt über einen gestaffelten Einstieg. Pensionsverpflichtungen von 2,5 Milliarden Euro bleiben ein Knackpunkt.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Thyssenkrupp einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro. Die strategische Bedeutung von TKMS wächst, da der Marinebereich zum wertvollsten Konzernteil wird.

Der Kanada-Deal ist ein Testfall für Thyssenkrupps Neupositionierung als Hochtechnologie- und Sicherheitskonzern. Ein Erfolg wäre ein industriepolitischer Durchbruch, ein Scheitern würde den internationalen Wachstumsschub verzögern.

Quelle: Eulerpool Research Systems