Thyssenkrupp Marine Systems: Kursrally und strategische Partnerschaften treiben Aktie auf Rekordhoch
- Thyssenkrupp Marine Systems erlebt eine Kursrally dank MDAX-Aufnahme und strategischer KI-Partnerschaft.
- Analysten sind geteilter Meinung: Deutsche Bank optimistisch, Mwb Research warnt vor Überbewertung.
Die Aktie von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) erreicht neue Höhen. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs um fast 40 Prozent auf 97 Euro, ein neues 52-Wochen-Hoch. Die Aufnahme in den MDAX und ein prall gefülltes Auftragsbuch beflügeln die Anlegerfantasie.
Internationale Investoren zeigen verstärkt Interesse, was die Marktkapitalisierung auf 5,2 Milliarden Euro steigen ließ. Der Abstand zum Tief von 57 Euro beträgt fast 70 Prozent, und die psychologisch wichtige 100-Euro-Marke rückt näher.
Eine strategische Partnerschaft mit dem kanadischen KI-Spezialisten Cohere soll TKMS im Rennen um das „Canadian Patrol Submarine Project“ Vorteile verschaffen. Das Projekt umfasst bis zu zwölf U-Boote mit einem Auftragsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich.
Künstliche Intelligenz soll die Einsatzplanung, Wartung und Datenverarbeitung revolutionieren. TKMS betont seine NATO-Kompatibilität und positioniert sich gegen den südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean.
In einem Umfeld steigender Verteidigungsbudgets ist dies ein kluger Schachzug. Der Auftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro sorgt für langfristige Visibilität und rechtfertigt höhere Bewertungen.
Doch der Markt preist bereits viel Zukunft ein. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 64 signalisiert hohe Erwartungen an den Marineschiffbau. Die Deutsche Bank sieht TKMS als Gewinner der sicherheitspolitischen Zeitenwende und hob das Kursziel auf 99 Euro an.
Andere Analysten sind vorsichtiger. Mwb Research stufte die Aktie auf „Halten“ herab, da der Kurs den fairen Wert erreicht habe. Erste Short-Positionen deuten auf mögliche Korrekturen hin.
Spannend wird es Ende Februar, wenn TKMS neue Quartalszahlen und Informationen zu den Kanada-Verhandlungen präsentiert. Die Frage bleibt: Läuft der Markt den Fundamentaldaten voraus, oder steht der nächste große Auftrag bevor?