Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Beamtenbund fordert 300 Euro mehr im Monat
- Der Deutsche Beamtenbund fordert 300 Euro mehr im Monat für Tarifbeschäftigte der Länder.
- Ohne Einigung droht eine Ausweitung der Streiks, die Bürger spürbar treffen könnte.
Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder spitzt sich zu. Nach ergebnislosen Verhandlungen erhöht der Deutsche Beamtenbund den Druck. 300 Euro mehr im Monat seien notwendig für die Funktionsfähigkeit des Staates, so dbb-Chef Volker Geyer.
In Potsdam treffen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber zur zweiten Verhandlungsrunde für 900.000 Tarifbeschäftigte. Die Kernforderung: sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt dies als „unbezahlbar“ ab.
Der Beamtenbund kontert: Nicht die Lohnforderung sei astronomisch, sondern die Realität in den Behörden. Überstunden, Personalmangel und wachsende Aufgaben belasten die Mitarbeiter. In Berlin kam es bereits zu Arbeitsniederlegungen in Kitas, Schulen und Bezirksämtern.
Auch Winterdienste und Universitätskliniken könnten betroffen sein. Ohne verhandlungsfähiges Angebot droht der dbb mit einer Ausweitung der Streiks. Hessen ist ausgenommen, da es einem eigenen Tarifvertrag unterliegt.
Geyer betont, dass in unsicheren Zeiten Verlässlichkeit gefragt sei. Der öffentliche Dienst sei das Rückgrat des Landes, aber überlastet. Zu wenig Personal, Investitionen und zu viel Bürokratie führen zu Leistungsgrenzen.
Ein weiteres Thema ist die Übertragung des Tarifabschlusses auf Beamtinnen und Beamte. Der Beamtenbund sieht dies als unverzichtbar, um den öffentlichen Dienst attraktiv zu halten. Ohne konkurrenzfähige Bezahlung droht die Abwanderung qualifizierter Kräfte.
Der Tarifstreit ist mehr als eine Lohnrunde. Er betrifft die Leistungsfähigkeit des Staates in unsicheren Zeiten. Ob die Arbeitgeber nachgeben oder auf Haushaltszwänge pochen, entscheidet über das Signal an die Beschäftigten.