Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat ein syrischer Regierungschef das Weiße Haus betreten – und der Besuch sorgt weltweit für Irritationen. US-Präsident Donald Trump empfing Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Washington. Besonders brisant: Al-Scharaa stand bis vor wenigen Monaten auf der US-Terrorliste, weil er früher der Terrororganisation Al-Qaida angehört haben soll.
Der Besuch wurde ungewöhnlich zurückhaltend organisiert. Al-Scharaa wurde nicht wie sonst üblich am Haupteingang des West Wings begrüßt, Medienvertreter waren ausgeschlossen. Stattdessen gelangte er über einen Seiteneingang ins Weiße Haus. Beobachter werten das als Versuch, eine offene Bilderwelt des Staatsbesuchs zu vermeiden. Die ersten Fotos aus dem Oval Office veröffentlichte nicht das Weiße Haus, sondern das Team des Syrers.
Trump lobte al-Scharaa nach dem Treffen als „harten Typen“ und erklärte, Syrien könne „sehr erfolgreich“ werden. Bereits im Sommer hatte der US-Präsident sämtliche Sanktionen gegen Syrien ausgesetzt, um nach eigenen Aussagen dem zerstörten Land „eine Chance auf Wiederaufbau“ zu geben.
Während des Treffens trat Syrien auf Drängen der USA offiziell der internationalen Anti-IS-Koalition bei. Allerdings ohne militärische Beteiligung. Die USA streben an, Syrien in die von Trump initiierten „Abraham-Abkommen“ einzubinden, die mehrere arabische Staaten zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel bewegt haben.
Al-Scharaa wies diesen Vorschlag jedoch zurück und verwies auf die anhaltende israelische Besetzung der Golanhöhen. Für Syrien sei ein politischer Kurswechsel unter diesen Bedingungen nicht akzeptabel.




