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SPD plant Erbschaftsreform: Wirtschaft warnt vor Risiken für Investitionen und Arbeitsplätze

  • SPD plant Erbschaftsreform mit lebenslangem Freibetrag von einer Million Euro pro Erben.
  • Wirtschaft warnt vor Investitionsrisiken und Arbeitsplatzgefährdung durch höhere Erbschaftssteuern.

Die SPD schlägt eine Reform der Erbschaftssteuer in Deutschland vor. Ein lebenslanger Freibetrag von einer Million Euro pro Erben soll eingeführt werden, wobei 900.000 Euro aus der Familie und 100.000 Euro von Dritten stammen dürfen.

Große Vermögen sollen stärker besteuert, kleinere und mittlere Erbschaften entlastet werden. Für Unternehmensvermögen ist ein zusätzlicher Freibetrag von fünf Millionen Euro vorgesehen, mit der Möglichkeit, Steuern über bis zu 20 Jahre zu stunden.

Die Wirtschaft kritisiert den Vorschlag scharf. Berthold Welling vom Verband der Chemischen Industrie sieht darin ein „falsches Signal zur falschen Zeit“, das die Planungssicherheit des Mittelstands gefährdet.

Familienunternehmer warnen, dass höhere Erbschaftssteuern Liquidität abziehen und Investitionen verschieben könnten. Dies würde Arbeitsplätze gefährden und die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

Rainer Kirchdörfer von der Stiftung „Familienunternehmen und Politik“ bezeichnet das Modell als schädlich. Steuererhöhungen auf Betriebsvermögen seien in der aktuellen Rezession ein Risiko für Wachstum und Investitionen.

Die Möglichkeit der Steuerstundung überzeugt die Kritiker nicht. Hohe Steuerschulden könnten die Bonität verschlechtern und die Finanzierung verteuern, selbst bei gestreckter Zahlung.

Die SPD will das Konzept im Bundestag vorstellen, stößt jedoch auf Widerstand, insbesondere von der Union und CSU. Diese befürchten eine Verschärfung der Strukturkrise und Schwächung der Familienunternehmen im internationalen Wettbewerb.

Der Konflikt zeigt das Dilemma zwischen steuerlicher Gerechtigkeit und der Sorge um die Investitionskraft der Unternehmen, die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten.

Ob die SPD-Pläne Gesetz werden, ist unklar. Die Diskussion betrifft mehr als die Frage der steuerfreien Vererbung und beeinflusst das Signal, das Deutschland an Unternehmer und Investoren sendet.

Quelle: Eulerpool Research Systems