Siemens steht offenbar vor dem größten Umbau der vergangenen Jahre – der Industriekonzern plant laut Bloomberg, seine milliardenschwere Beteiligung an Siemens Healthineers deutlich zu verringern.
Siemens bereitet laut einem Bericht von Bloomberg einen großen Schritt zur Fokussierung des Konzerns vor: Die Münchner wollen ihre Beteiligung am Medizintechnik-Unternehmen Siemens Healthineers deutlich reduzieren – von aktuell etwas mehr als 71 Prozent auf vermutlich unter 40 Prozent. Der Industriekonzern prüft demnach eine sogenannte Direktabspaltung. Die Pläne könnten bereits kommende Woche offiziell werden.
Mit dem Anteilsverkauf würde Siemens die Beteiligung voraussichtlich aus der Konzernbilanz entkonsolidieren. Bloomberg beziffert den Wert des Pakets auf rund 35 Milliarden Euro. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen; auch ein stufenweiser Verkauf über die kommenden Jahre sei möglich. Offiziell wollte Siemens die Informationen nicht kommentieren.
Analysten begrüßen den Schritt. Jefferies hat das Kursziel für die Siemens-Aktie vor dem Kapitalmarkttag von 261 Euro auf 291 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ bestätigt. Die Experten rechnen mit einer „umfangreicheren Anteilsreduzierung“ – möglicherweise in Form einer steuerneutralen Sachdividende. Nach Einschätzung von Jefferies könnte Siemens seinen Healthineers-Anteil auf rund 30 Prozent senken und sich damit stärker auf das Industriegeschäft und den Aufbau einer KI-Plattform („OneTech“) konzentrieren.
Die Aktie reagierte positiv: Am Morgen lag Siemens zeitweise über 1 Prozent im Plus.



