Bitpanda: Herausforderungen und Fortschritte auf dem Weg zur Börsennotierung
- Bitpanda steht vor einem Börsengang, jedoch mit erheblichen Mängeln im Risikomanagement und in der IT.
- Die BaFin erkannte Fortschritte an, aber es fehlt an einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation.
Bitpanda, eine der größten Krypto-Plattformen Europas, steht vor einem Börsengang. Interne Dokumente und Recherchen zeigen jedoch erhebliche Mängel im Risikomanagement und in der IT der deutschen Tochtergesellschaft.
Die BaFin stellte 2023 bei einer Sonderprüfung 16 Mängel fest, darunter fünf schwerwiegende. Diese betreffen zentrale Funktionen eines regulierten Finanzinstituts, insbesondere im volatilen Kryptomarkt.
Bis Ende 2024 wurden 69 Prozent der Mängel behoben. Dennoch fehlt es Bitpanda laut BaFin an einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation. Die Aufsicht erkannte jedoch Fortschritte und Kooperationsbereitschaft an.
Interne Berichte zeigen, dass Teile der Organisation die Pflichten einer BaFin-Lizenz nicht ausreichend verstanden. Der IT-Bereich war nicht auf dem erforderlichen Niveau für eine umfassende Prüfung.
Bitpanda betont, alle Mängel bis Anfang 2025 behoben zu haben. Sonderprüfungen seien branchenüblich, und die Abarbeitung der Auflagen werde durch etablierte Strukturen sichergestellt.
Bitpanda ist eines der wenigen großen Krypto-Unternehmen in Europa mit vollständiger Bankenaufsicht. Dies ermöglicht die Feststellung und Beseitigung von Defiziten, ein Vorteil gegenüber unregulierten Plattformen.
Vor dem geplanten Börsengang, der Bitpanda mit vier bis fünf Milliarden Euro bewerten könnte, wird die Belastbarkeit von Governance, Risikokontrolle und IT-Sicherheit entscheidend sein.
Die zentrale Frage ist, ob Bitpanda aus der Sonderprüfung eine bankentaugliche Organisation geformt hat. Im regulierten Finanzsystem ist Compliance keine Imagefrage, sondern Existenzgrundlage.