Shein unter Druck: EU fordert Verbraucherschutz-Verbesserungen
- EU fordert Shein zur Anpassung an Verbraucherschutzstandards auf.
- Diskussion über Pauschalabgabe auf Drittstaaten-Pakete in Brüssel.
Der chinesische Online-Händler Shein steht in der EU unter wachsendem Druck. Die EU-Kommission verlangt, dass Shein seine Plattform an EU-Verbraucherschutzstandards anpasst. Binnen vier Wochen muss das Unternehmen konkrete Verbesserungsvorschläge vorlegen, sonst drohen Sanktionen.
Behörden kritisieren, dass Shein Rabatte auf fiktiven Originalpreisen basiert und künstliche Kauf-Fristen setzt. Zudem sind Nachhaltigkeitsversprechen irreführend. Es fehlen ausreichende Informationen zu Rückgaberechten und der Kundenkontakt ist mangelhaft.
Shein reagierte mit einer allgemeinen Stellungnahme und betonte den „konstruktiven Dialog“ mit den Behörden. Das Unternehmen versprach, alle offenen Punkte im laufenden Verfahren zu adressieren, ging jedoch nicht auf die Vorwürfe ein.
Der Fast-Fashion-Konzern, gegründet in China und mit Hauptsitz in Singapur, steht wegen aggressiver Niedrigpreise in der Kritik. Die EU untersucht auch die Produktqualität, Wettbewerbspraktiken und ökologische Standards von Shein.
Shein ist nicht der einzige asiatische Händler im Visier der EU. Bereits im November wurde der Wettbewerber Temu zu Nachbesserungen aufgefordert. Der Fall zeigt die zunehmende Kontrolle über Drittstaaten-Anbieter im europäischen E-Commerce.
In Brüssel wird eine Pauschalabgabe von bis zu zwei Euro auf Pakete aus Drittstaaten diskutiert. Täglich treffen rund zwölf Millionen solcher Sendungen in Europa ein, was die Kontrollkapazitäten überfordert. Die Abgabe soll die Marktüberwachungskosten decken.