Die europäische Ratingagentur Scope hat die Bonitätsbewertung von Mercedes-Benz herabgestuft. Das langfristige Emittentenrating wurde von „A+“ auf „A“ gesenkt, gleichzeitig verbesserte Scope den Ausblick von „negativ“ auf „stabil“. Am Kapitalmarkt löste die Entscheidung zunächst keine negativen Reaktionen aus: Die Mercedes-Benz-Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise leicht im Plus.
Zur Begründung verwies Scope auf ein aus ihrer Sicht abgeschwächtes Risikoprofil des Konzerns. Die Analysten reduzierten ihre Erwartungen für das EBITDA sowohl für das laufende als auch für das kommende Geschäftsjahr. Insbesondere sieht die Ratingagentur Unsicherheiten hinsichtlich einer schnellen und nachhaltigen Margenerholung im Automobilgeschäft.
Belastend wirken dabei weiterhin das herausfordernde Marktumfeld, der intensive Wettbewerb im Premiumsegment sowie die Kosten der Transformation hin zu Elektromobilität und softwaregetriebenen Fahrzeugarchitekturen. Scope betont, dass die Ertragsdynamik in den kommenden Quartalen unter Druck bleiben könnte.
Trotz der Herabstufung hebt Scope die strukturellen Stärken von Mercedes-Benz hervor. Der Konzern verfüge weiterhin über eine ausgeprägte Wettbewerbsposition, getragen vom hohen Wiedererkennungswert der Marke, einer starken Stellung im Premiumsegment und einem breit diversifizierten Produktportfolio. Diese Faktoren stützen aus Sicht der Agentur die Kreditqualität und rechtfertigen den nun stabilen Ausblick.
Die Anpassung des Ausblicks signalisiert, dass Scope kurzfristig keine weitere Verschlechterung der Bonität erwartet, sofern sich das operative Umfeld nicht deutlich eintrübt.
An der Börse wurde die Ratingänderung gelassen aufgenommen. Die Mercedes-Benz-Aktie bewegte sich im Vormittagshandel leicht aufwärts und lag zeitweise rund ein Prozent im Plus. Marktbeobachter werten dies als Hinweis darauf, dass die Herabstufung weitgehend erwartet worden war und die stabilisierte Einschätzung den negativen Effekt teilweise kompensiert.
Für Investoren rückt damit weniger die Ratingnote selbst als vielmehr die Frage in den Fokus, wie schnell Mercedes-Benz seine Margen stabilisieren und die Profitabilität im Kerngeschäft wieder steigern kann.




