SAP gibt globales Diversitätsziel auf: Investoren besorgt über Reputations- und ESG-Risiken
- SAP gibt das Ziel auf, den Frauenanteil auf 40 Prozent zu erhöhen, und setzt auf lokale Ansätze.
- Investoren warnen vor Reputationsverlust und möglichen ESG-Problemen durch die neue Diversitätsstrategie.
SAP hat das Ziel, den Frauenanteil konzernweit auf 40 Prozent zu erhöhen, aufgegeben. Stattdessen setzt der Softwarekonzern auf lokale Ansätze. Diese Entscheidung stieß auf der Hauptversammlung auf Kritik.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warnt vor dem Verlust von Talenten und Glaubwürdigkeit. Zudem könnten ESG-Kriterien nicht mehr erfüllt werden, was geschäftliche Risiken birgt.
Vielfalt wird nicht mehr in der Vorstandsvergütung berücksichtigt. SAP setzt nun auf den „Business Health Culture Index“, basierend auf internen Mitarbeiterbefragungen.
CEO Christian Klein verteidigt die Neuausrichtung mit der Notwendigkeit, internationale gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Konkrete Pläne zur Weiterentwicklung von Vielfalt und Inklusion wurden jedoch nicht genannt.
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kritisiert SAPs Kurswechsel als opportunistisch und warnt vor Reputationsverlust.
SAP verweist auf freiwillige Initiativen wie „Pride@SAP“ und das „Autism Inclusion Network“, die Vielfalt unabhängig von Quoten fördern.
Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer betont die Einhaltung internationaler Anforderungen durch rechtliche Beratung. Gesetzestreue stehe über Symbolpolitik.
Trotz der Kontroverse stimmten die Aktionäre dem Vorstand zu. Der Unmut über die neue Diversitätsstrategie bleibt jedoch spürbar.