Rund-um-die-Uhr-Handel: Die Zukunft der globalen Börsenlandschaft
- Große Börsen bereiten sich auf nahezu durchgehenden Handel vor, um globalen Investoren flexiblere Möglichkeiten zu bieten.
- Technische Infrastruktur ist vorhanden, aber hohe Investitionen und Marktqualität sind Herausforderungen für den 24-Stunden-Handel.
Seit Jahrhunderten orientieren sich Börsen am Tageslicht. Doch dieses Prinzip gerät ins Wanken. Große Börsenplätze bereiten sich auf einen nahezu durchgehenden Handel vor, um Investoren weltweit flexiblere Handelsmöglichkeiten zu bieten.
Ab 2026 könnte der Handel fast rund um die Uhr auch für Aktien und ETFs Realität werden. Eine neue Generation von Privatanlegern treibt diese Entwicklung voran, da sie abends oder nachts per App investieren möchte.
An der Wall Street wird der Schritt konkret. Die Nasdaq hat einen Antrag auf 23-Stunden-Handel gestellt, während die New York Stock Exchange bereits die Genehmigung für 22-Stunden-Handel erhalten hat.
Auch in Europa gewinnt das Thema an Dynamik. Die London Stock Exchange Group prüft einen 24-Stunden-Handel, während die Deutsche Börse zurückhaltender ist und aktuell keine ausreichende Nachfrage sieht.
Einige Segmente bieten bereits Rund-um-die-Uhr-Handel. Die Terminbörse Eurex hat ein 21/5-Modell, und im Devisen- sowie Kryptohandel ist ein 24-Stunden-Betrieb Realität.
Die technische Infrastruktur ist vorhanden, doch die Frage ist, ob der Markt den Dauerhandel wirklich will. Frankfurt könnte durch seine Lage zwischen Asien und den USA profitieren.
Ein entscheidender Faktor ist die Abwicklung der Geschäfte. In den USA arbeitet die DTCC daran, bis Ende 2026 eine Abrechnung rund um die Uhr zu ermöglichen.
Großbanken wie J.P. Morgan warnen vor hohen Investitionen in Technik und Personal. Nachtbetrieb bedeutet höhere Kosten und komplexere Systeme ohne garantierte Mehreinnahmen.
Die US-Börsenaufsicht hat regulatorische Hürden gesenkt, um längere Handelszeiten zu erleichtern. Der Kapitalmarkt wandelt sich, und Privatanleger gewinnen an Bedeutung.
Der 24-Stunden-Handel wäre die logische Konsequenz dieser Entwicklung, auch wenn sich erst noch zeigen muss, ob sich der dauerhafte Betrieb wirtschaftlich lohnt.