RTL Group: Strategische Weichenstellung durch Sky-Übernahme im Jahr 2026
- RTL Group plant strategische Übernahme von Sky Deutschland im Jahr 2026.
- Integration und Synergien entscheidend für Aktienbewertung und Marktvertrauen.
Die RTL Group steht 2026 vor einer entscheidenden Phase. Nach der Ankündigung, Sky Deutschland zu übernehmen, muss der Konzern beweisen, dass die Konsolidierung operativen Mehrwert schafft. Die behördliche Freigabe und der CEO-Wechsel sind entscheidend für die Neubewertung der Aktie.
Die Übernahme von Sky Deutschland soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts. Der Kaufpreis von 150 Millionen Euro ist strategisch bedeutsam, da er die Streaming- und Pay-TV-Reichweite der RTL Group erheblich erweitert.
Mit Sky würde RTL im deutschsprachigen Raum 11,5 Millionen zahlende Abonnenten erreichen. Ziel ist es, einen nationalen Streaming-Champion zu formen, der gegenüber internationalen Plattformen wie Netflix eine stärkere Verhandlungsposition einnimmt.
RTL startet finanziell mit einer gestrafften Aktienstruktur ins Jahr. Das Aktienrückkaufprogramm wurde zu 37,85 Euro je Aktie abgeschlossen. Der aktuelle Börsenkurs liegt darunter, was Unsicherheit signalisiert, aber auch als Bewertungsuntergrenze gesehen wird.
Im Mai 2026 übernimmt Clément Schwebig den Vorstandsvorsitz von Thomas Rabe. Schwebig, von Warner Bros. Discovery kommend, soll RTL+ und Sky Deutschland technisch und organisatorisch zusammenführen, ein komplexer und kostenintensiver Prozess.
Das Management erwartet jährliche Kostensynergien von 250 Millionen Euro ab dem dritten Jahr nach Abschluss. Einsparungen sollen aus der Zusammenlegung von IT, Verwaltung, Content-Einkauf und Marketing entstehen.
RTL stärkt mit Sky-Rechten an Bundesliga, Premier League und Formel 1 seine Position im Premiumsegment. Diese Rechte sind für das Streaming-Geschäft und das lineare Fernsehen wichtig, da sie hohe Werbeerlöse sichern.
Verzögerungen im kartellrechtlichen Prüfverfahren könnten die Integration verschieben und Unsicherheit verlängern. Der europäische Mediensektor steht unter Druck, im Streaming-Geschäft nachhaltige Margen zu erzielen.
Ein weiterer Prüfstein ist die Dividendenpolitik. Nach dem Verkauf von RTL Nederland erwarten Anleger Klarheit über die Verwendung überschüssiger Mittel, ob für Ausschüttungen oder Investitionen.
Für die RTL Group ist 2026 ein Jahr der Entscheidung. Gelingt der Sky-Deal samt Integration, könnte sich die Aktie aus der aktuellen Bewertungsspanne lösen. Scheitert der Prozess, droht ein Vertrauensverlust am Kapitalmarkt.