Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat im wichtigen Weihnachtsquartal deutlich besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach hochpreisigem Schmuck sowie eine überraschende Belebung im Uhrengeschäft sorgten für kräftige Zuwächse.
In den drei Monaten bis Ende Dezember steigerte Richemont seinen Umsatz währungsbereinigt um elf Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Damit setzte der Konzern seine Wachstumsserie fort – in einem Umfeld, das für viele Luxusmarken durch eine schwächere Konsumlaune in China und den USA zuletzt herausfordernder geworden war. Gewinnzahlen legte das Unternehmen wie üblich zum Quartal nicht vor.
Besonders stark entwickelte sich die Sparte „Jewellery Maisons“ mit den Kernmarken Cartier und Van Cleef & Arpels. Der Umsatz legte hier um 14 Prozent zu. Analysten sehen darin erneut die besondere Preissetzungsmacht und die strukturell hohe Nachfrage nach ikonischen Schmuckstücken im oberen Preissegment. „Wie üblich glänzten die Schmuckmarken am meisten“, kommentierte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.
Auch das Uhrengeschäft zeigte im Weihnachtsquartal eine spürbare Erholung. Die Sparte „Specialist Watchmakers“ mit Marken wie IWC, A. Lange & Söhne und Jaeger-LeCoultre wuchs um sieben Prozent. Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung vieler Käufer deutet sich damit eine Stabilisierung und erste Rückkehr der Nachfrage nach hochwertigen mechanischen Uhren an.
Die Zahlen von Richemont gelten als wichtiger Stimmungsindikator für die Branche. Das zweistellige Wachstum im Kerngeschäft mit Schmuck und die wieder anziehenden Uhrenverkäufe deuten darauf hin, dass wohlhabende Kunden weiterhin bereit sind, hohe Summen für Luxusgüter auszugeben – trotz geopolitischer Unsicherheiten und schwankender Konjunkturaussichten.



