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Revolutionäre Anwendung von Computer Vision in der Medizin und Industrie
KI revolutioniert nicht nur die Medizin, sondern findet auch Anwendung in der Entschärfung von Bomben. Ein Mann namens Johannes Dorn, der unter einem anfänglich unentdeckten Tumor litt, verdankt sein Überleben der KI-gestützten Technologie. Die computergesteuerte Technologie ist mittlerweile in der Lage, Tumore aufzuspüren, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Dorn, dessen richtiger Name nicht genannt wird, litt unter Schwächegefühl und häufigem Husten. Obwohl ein Arzt auf seinem Röntgenbild keinen Befund erkennen konnte, verschlechterte sich sein Zustand weiter. Dank der Einführung von KI im Medizinischen Versorgungszentrum Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner in Dortmund wurde der Tumor letztendlich erkannt. Laut Chefarzt Karsten Ridder schlug die KI bei Dorns Fall mit einer Sicherheit von zehn von zehn an, obwohl sich der Tumor hinter dem Herzen befand. Ridder gibt jedoch zu bedenken, dass es für das bloße Auge fast unmöglich war, den Tumor zu erkennen.
Die Technologie der Computer Vision versucht seit Jahren, Computern das Sehen beizubringen. Der deutsche Professor Björn Ommer von der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist einer der führenden Köpfe auf diesem Gebiet. Er hat unter anderem Stable Diffusion entwickelt, ein Programm, das mithilfe von KI fotorealistische Bilder erstellen kann. Ommer erklärt, dass lange Zeit unklar war, welche Merkmale ein Computer zur Tumorerkennung nutzt. Ungeeignete Merkmale führten oft zu Fehlern und falschen Diagnosen, was jährlich weltweit zehn Millionen Todesfälle durch Krebs verursachte.
Um diese Fehler zu vermeiden, wird KI heute zunehmend in der Medizin eingesetzt. Laut einer Studie des Royal Marsden Institute of Cancer Research in London kann KI die Aggressivität bestimmter Krebsarten fast doppelt so genau beurteilen wie eine herkömmliche Biopsie. Laut Ridder wird die Medizin dank KI berechenbarer.
Während der Recherche über mehrere Monate hat das Handelsblatt wegweisende Beispiele für die Anwendung der Computer Vision entdeckt und mit Experten gesprochen, die bereits erste Erfolge vorweisen können. Die Technologie ermöglicht nicht nur in Kliniken und Arztpraxen neue Behandlungsmethoden, sondern revolutioniert auch die Arbeit auf Baustellen und in Fabriken. Für das laufende Jahr prognostiziert der Branchendienst Statista Market Insights einen weltweiten Umsatz von etwa 24 Milliarden Euro durch maschinelles Sehen. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Markt dank der Fortschritte bei der generativen KI, wie z. B. Bildgenerierungstools wie Stable Diffusion, bis 2030 jährlich um 20 Prozent wachsen wird.
Professor Ommer erklärt an einem Beispiel, wie schwierig es ist, einem Computer das Sehen beizubringen. Vor der Entwicklung von Stable Diffusion fragte er sich, warum seine KI auf manchen Bildern einen Hund erkannte und auf anderen nicht. Als er das Programm beauftragte, ein Bild von einem Hund zu generieren, erhielt er einen Knochen. Die KI hatte sich nicht an das Aussehen eines Hundes erinnert, sondern ihn anhand willkürlich gewählter Merkmale erkannt. Durch öffentlich gemachte Forschungsarbeit gelang es Ommer, seine KI gezielt Tumormerkmale beizubringen. Auf diese Weise kann der Computer jedem Pixel eines Bildes selbstständig Eigenschaften und Kontext zuordnen und lernen, dass ein Hirntumor nicht in der Lunge auftritt und eine Lungenentzündung von einem Krebsgeschwür zu unterscheiden ist.



