Revo-Hospitality-Gruppe: Vom Aufstieg zum Insolvenzfall im europäischen Hotelmarkt
- Revo-Hospitality-Gruppe meldet Insolvenz für 140 Gesellschaften an, 125 Hotels betroffen.
- Wachstumsstrategie führte zu Überschuldung, Vertrauen der Lizenzgeber zerstört.
Die Revo-Hospitality-Gruppe, einst ein aufstrebender Riese im europäischen Hotelmarkt, steht vor dem Aus. Der Gründer Ruslan Husry hat für 140 Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. 125 Hotels in Deutschland und Österreich sind betroffen, 5500 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft.
Die Insolvenz ist das Ergebnis einer aggressiven Wachstumsstrategie, die jegliches Maß verlor. Husry erwarb im April 2025 60 H-Hotels und zehn Objekte der H World International. Die Integration dieser Häuser verursachte immense Kosten, die nicht gedeckt werden konnten.
Die Übernachtungszahlen blieben weit hinter den Prognosen zurück. Die Gruppe, ehemals HR Group, schreibt seit 2014 keine Gewinne mehr. Trotz eines Umsatzes von 1,3 Milliarden Euro war das Geschäftsmodell nicht tragfähig. Das Wachstum wurde auf Pump finanziert.
Die Überschuldung beträgt 19,9 Millionen Euro. Weder Eigentümer noch externe Geldgeber konnten die Liquiditätslücke schließen. Das Vertrauen der Lizenzgeber war zerstört. Accor sperrte die Buchungssysteme für Revo-Hotels, was einem Todesstoß gleichkommt.
Die vorläufigen Insolvenzverwalter Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn zeigen sich optimistisch. Die Gehälter der Mitarbeiter sind bis März 2026 gesichert. Investoren sollen einsteigen, doch die Realität für Vermieter und Lieferanten wird bitter sein. Kaum ein Zehntel der Außenstände wird beglichen.