Ein neuer Rekord: 679 Milliarden Dollar Umsatz in der globalen Rüstungsindustrie. Während deutsche Anbieter stärker wachsen als fast alle Konkurrenten, erlebt ausgerechnet China einen überraschenden Rückschlag.
Die neue Analyse des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zeigt: 2024 war ein Ausnahmejahr für die Branche. Die 100 größten Rüstungsunternehmen steigerten ihren Umsatz um 5,9 Prozent auf 679 Milliarden Dollar – ein neuer Höchststand, getrieben durch den Ukraine- und Gaza-Krieg.
Besonders stark war das Wachstum in Europa. Die 26 europäischen Konzerne legten im Schnitt um 13 Prozent zu und überrundeten damit die US-Anbieter, die auf ein Plus von 3,8 Prozent kamen.
Herausragend: die deutschen Unternehmen. Diehl, Rheinmetall, ThyssenKrupp und Hensoldt steigerten ihre Rüstungssparte im Schnitt um 36 Prozent auf zusammen 14,9 Milliarden Euro. Besonders gefragt waren Munition, gepanzerte Fahrzeuge und bodengebundene Flugabwehrsysteme.
Rheinmetall setzte sich eindrucksvoll an die Spitze der deutschen Anbieter und stieg in der globalen Liste von Platz 26 auf Platz 20. 2021, vor dem Krieg in der Ukraine, lag der Konzern noch auf Rang 31. Diehl kletterte dank +53 Prozent Umsatz von Rang 80 auf 67, Hensoldt und ThyssenKrupp rückten ebenfalls weiter vor.
Unangefochten bleiben die US-Giganten: Lockheed Martin, RTX (Raytheon/United Technologies) und Northrop Grumman verteidigen die Spitzenpositionen. Boeing hingegen rutschte nach einem Umsatzminus von 4,6 Prozent von Rang vier auf sechs.
Die beiden russischen Konzerne in der Liste verzeichneten ein kräftiges Plus von 23 Prozent auf zusammen 31,2 Milliarden Dollar.
Ganz anders China: Die acht erfassten chinesischen Rüstungsunternehmen erlebten den größten Einbruch aller Staaten – minus zehn Prozent auf 88,3 Milliarden Dollar.
Die Gründe laut Sipri:
Betroffen sind große Player wie:
China, lange auf dem Weg zur Rüstungs-Supermacht, ist damit der klare Verlierer des Jahres.
Sipri-Experten warnen, dass selbst expandierende Produktionskapazitäten nicht über strukturelle Probleme hinwegtäuschen: Verzögerungen, Kostenexplosionen und Lieferengpässe betreffen inzwischen zentrale US-Programme wie das F-35-Kampfflugzeug, die Columbia-U-Boote oder die neue Sentinel-Interkontinentalrakete.
Der Rüstungsboom ist also real – aber alles andere als stabil.




