Die französische Neobank Qonto plant den Verkauf bestehender Anteile im Wert von 200 Millionen Euro, um Mitarbeiter und Frühinvestoren zu entlohnen.
Die französische Neobank Qonto verhandelt mit Investoren über den Verkauf bestehender Aktien im Wert von mindestens 200 Millionen Euro und strebt dabei eine Bewertung von rund 5 Milliarden Euro an. Angesichts des schwachen IPO-Marktes wählt das Unternehmen diesen Weg, um Mitarbeitern und frühen Geldgebern Liquidität zu bieten.
Qonto, eine der wertvollsten Tech-Firmen Frankreichs, war zuletzt 2022 mit 4,4 Milliarden Euro bewertet worden, nachdem es 486 Millionen Euro von Investoren wie Tiger Global, TCV und Tencent aufgenommen hatte. Das Fintech lehnte eine Stellungnahme zum aktuellen Aktienverkauf ab.
Eine erfolgreiche Transaktion könnte Qonto zu einer der wenigen europäischen Fintechs machen, die ihre Bewertung in den letzten Jahren trotz schwacher Marktbedingungen gesteigert haben. Die meisten Unternehmen in diesem Sektor leiden unter den Folgen steigender Zinsen und eines eingetrübten Investorenvertrauens. Doch etablierte Fintechs wie Revolut, Monzo und GoCardless haben jüngst ähnliche Sekundärverkäufe durchgeführt.
David Sainteff, Partner bei Global Founders Capital, betont, dass reifere Fintechs wie Qonto für solche Sekundärverkäufe gut aufgestellt seien, da sie von Skalierung und höheren Zinssätzen profitieren. „Angesichts der verschobenen IPOs erkennen viele Frühmitarbeiter, dass Liquiditätsoptionen begrenzt bleiben könnten“, so Sainteff.
Gegründet 2016 von Alexandre Prot und Steve Anavi, bietet Qonto Finanzservices für über 500.000 kleine und mittlere Unternehmen in Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland an. In den letzten Jahren hat das Unternehmen seine Expansion in Europa vorangetrieben und plant, weitere Märkte wie Österreich und Belgien zu erschließen.



