Der Sportwagenbauer hat 2025 weltweit deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Der Rückgang betrifft nahezu alle Modelle und Regionen. Für den neuen Vorstandschef Michael Leiters beginnt die Amtszeit mit einer der schwierigsten Phasen in der jüngeren Unternehmensgeschichte.
Porsche hat 2025 weltweit nur noch 279.449 Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rückgang um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verzeichnet der Konzern den niedrigsten Absatz seit 2020. Noch stärker war der Einbruch zuletzt nur während der Finanzkrise 2008/2009.
Besonders problematisch: Der Rückgang zieht sich durch nahezu alle Weltregionen. Keine konnte zulegen. Selbst während der Corona-Jahre hatte es regional noch Wachstumsinseln gegeben – 2025 jedoch nicht.
Am härtesten traf es den chinesischen Markt. Dort sanken die Auslieferungen um 26 Prozent auf nur noch 41.938 Fahrzeuge. In Europa (ohne Deutschland) ging der Absatz um 13 Prozent zurück, in Deutschland sogar um 16 Prozent.
Nordamerika blieb mit 86.229 Auslieferungen zwar auf Vorjahresniveau, doch hohe Importzölle drücken dort massiv auf die Marge.
Nur zwei Baureihen konnten sich dem Abwärtstrend entziehen:
Alle anderen Modelle verloren deutlich:
Besonders schmerzhaft ist der Einbruch beim Elektro-Flaggschiff Taycan, der die Schwächen der bisherigen E-Strategie offenlegt.
Vertriebsvorstand Matthias Becker spricht von einer Entwicklung „im Rahmen der Erwartungen“. Gründe seien unter anderem:
Hinzu kommt der strategische Kurswechsel bei der Antriebspolitik. Porsche entwickelt nun wieder stärker Verbrenner- und Hybridmodelle, nachdem die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen langsamer wächst als geplant. Diese Kehrtwende führte zu Milliardenabschreibungen und ließ die operative Marge zeitweise auf nur noch 0,2 Prozent absacken.
Für Michael Leiters, der zum Jahreswechsel den Vorstandsvorsitz von Oliver Blume übernommen hat, ist der Start alles andere als komfortabel. Seine zentralen Baustellen:
Bereits beschlossen sind bis 2029 rund 1.900 Stellenstreichungen in Deutschland. Zudem prüft Porsche den Verkauf von Beteiligungen – darunter die Beratung MHP und Anteile an Bugatti-Rimac.
Porsche steht vor der größten Bewährungsprobe seit der Finanzkrise. Der Absatzrückgang ist global, strukturell und strategisch bedingt. Während einzelne Modelle noch stabil laufen, zeigt der Gesamttrend klar nach unten.
Für den neuen Vorstandschef beginnt die Amtszeit nicht mit Wachstum, sondern mit Sanierungsarbeit – und der Aufgabe, das Premium-Image auch in einer Phase schrumpfender Märkte und technologischer Umbrüche zu verteidigen.




