Die AfD erreicht neue Umfragehöhen, doch Parteichefin Alice Weidel verliert massiv an Zustimmung. Im aktuellen Politiker-Ranking von Insa fällt sie deutlich zurück – während Julia Klöckner zur beliebtesten Politikerin Deutschlands aufsteigt.
Für Alice Weidel ist es ein empfindlicher Rückschlag. Im aktuellen Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Insa verliert die AfD-Chefin gleich zehn Plätze und rutscht von Rang fünf auf Rang 15 ab. Bemerkenswert ist der Absturz auch deshalb, weil die AfD in der Sonntagsfrage zeitgleich ein Rekordniveau erreicht.
Selbst innerhalb der eigenen Anhängerschaft kann Weidel offenbar nicht punkten. Laut Umfrage landet sie unter AfD-Wählern auf dem letzten Platz der Beliebtheitsskala. Der Höhenflug der Partei überträgt sich damit nicht auf ihre bekannteste Vertreterin.
Während Weidel verliert, gewinnt Julia Klöckner weiter an Zustimmung. Die Bundestagspräsidentin erreicht im Ranking Platz vier und ist damit erneut die bestplatzierte Frau. In der Gesamtauswertung wird sie zur beliebtesten Politikerin Deutschlands erklärt.
Angeführt wird die Liste weiterhin von Verteidigungsminister Boris Pistorius. Ihm folgen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bayerns Regierungschef Markus Söder.
Am unteren Ende der Skala bleibt die Union auffällig schwach vertreten. Bundeskanzler Friedrich Merz kommt nicht über Platz 19 hinaus. Schlusslicht ist erneut Unionsfraktionschef Jens Spahn, der diese Position laut Erhebung seit inzwischen 28 Wochen innehat.
Auch AfD-Co-Chef Tino Chrupalla bleibt mit Rang 18 weit hinten. Für beide Parteien zeigt das Ranking, dass hohe Parteizustimmung nicht automatisch mit persönlicher Beliebtheit der Spitzenpolitiker einhergeht.
Zu den Aufsteigern zählen unter anderem Grünen-Chefin Franziska Brantner sowie Kanzleramtschef Thorsten Frei, der auf Platz fünf vorrückt. Dagegen verliert Katherina Reiche von der CDU weiter an Boden.
Die Bewertungen erfolgen auf einer Skala von null bis zehn Punkten. Selbst die Spitzenwerte bewegen sich dabei auf moderatem Niveau, was auf eine insgesamt kritische Grundhaltung der Befragten gegenüber der Politik hindeutet.
In der parallelen Sonntagsfrage bleibt die AfD mit 25,5 Prozent stärkste Kraft, knapp vor der Union. Dennoch zeigt das Ranking, dass Alice Weidel von diesem Erfolg nicht profitiert. Bereits im Dezember galt ihr damaliger fünfter Platz als Ausreißer. Auch im ZDF-Politbarometer landete sie zuletzt auf dem letzten Rang.
Wie bei allen politischen Umfragen gilt: Die Ergebnisse spiegeln lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung wider. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Einordnung zusätzlich.
Für Alice Weidel ist der Trend dennoch eindeutig. Während ihre Partei zulegt, verliert sie persönlich an Rückhalt. Julia Klöckner hingegen profitiert von ihrer Rolle über Parteigrenzen hinweg – und setzt sich an die Spitze des Rankings.




