Paramount verklagt Warner Bros. Discovery: Übernahmepoker eskaliert zum Rechtsstreit
- Paramount verklagt Warner Bros. Discovery wegen Bevorzugung eines Netflix-Deals.
- Der Konflikt könnte den 83-Milliarden-Dollar-Deal verzögern und die Medienindustrie beeinflussen.
Der Übernahmepoker im globalen Mediensektor eskaliert. Paramount Global hat Warner Bros. Discovery (WBD) vor dem Court of Chancery in Delaware verklagt. Der Vorwurf: WBD könnte ein höheres Angebot von Paramount zugunsten eines komplexeren Deals mit Netflix benachteiligt haben.
WBD entschied sich, Verhandlungen mit Netflix fortzusetzen, obwohl Paramount ein höheres Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie vorgelegt hatte. Paramount strebt einen Komplettkauf an, während Netflix eine Aufspaltung plant, bei der das Kabelgeschäft ausgegliedert wird.
Paramount argumentiert, dass die Netflix-Struktur riskanter sei und Wert vernichten könnte. Die Klage fordert die Offenlegung interner Bewertungsmodelle, um zu prüfen, ob das Netflix-Angebot wirtschaftlich sinnvoll ist.
Im Fokus steht die Bewertung des linearen TV-Geschäfts, zu dem CNN gehört. Paramount behauptet, dass dieser Bereich im Netflix-Szenario bewusst niedrig bewertet wird, um die Streaming-Sparte attraktiver erscheinen zu lassen.
Ein Zusammenschluss mit Paramount würde Synergien schaffen und stabile Cashflows sichern. Der Übernahmekampf wird zur Grundsatzfrage: Zerschlagung oder Integration?
Der Court of Chancery in Delaware ist bekannt für den Schutz der Aktionärsrechte. Sollte das Gericht Zweifel an der Sorgfaltspflicht des WBD-Boards haben, könnte es den Netflix-Deal verzögern oder neu bewerten lassen.
Parallel zur Klage nominiert Paramount eigene Kandidaten für den WBD-Verwaltungsrat. Gelingt es, Mehrheiten zu verschieben, könnte die strategische Ausrichtung kippen – hin zu einer Übernahme durch Paramount.
Für die Kapitalmärkte bedeutet der Konflikt Unsicherheit. Solange die Klage anhängig ist, bleibt offen, ob der Netflix-Deal über 83 Milliarden Dollar umgesetzt wird.
Verzögerungen könnten Finanzierungskosten erhöhen und strategische Investitionen bremsen. Der Fall zeigt, wie aus einem Übernahmepoker eine Debatte über Corporate Governance und die Zukunft der Medienindustrie werden kann.