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Norwegens Staatsfonds: Mögliche Aufhebung des Investitionsverbots in Rüstungsfirmen

  • Norwegens Opposition plant, das Investitionsverbot des Staatsfonds in Rüstungsfirmen aufzuheben.
  • Eine Änderung könnte Signalwirkung für institutionelle Investoren weltweit haben.

Norwegens konservative Opposition plant eine strategische Neuausrichtung des weltweit größten Staatsfonds. Der $1,8 Billionen schwere Ölfonds soll wieder in Rüstungsunternehmen investieren dürfen. Hintergrund ist ein Vorstoß der Fortschrittspartei zur Aufhebung des seit 2005 geltenden Investitionsverbots.

Aktien von Boeing, Lockheed Martin und anderen Rüstungsfirmen sind derzeit ausgeschlossen. Diese Regelung steht im Widerspruch zur sicherheitspolitischen Realität Norwegens, das als Nato-Mitglied US-Kampfflugzeuge bezieht und vom nuklearen Schutzschirm profitiert.

Hans Andreas Limi von der Fortschrittspartei kritisiert die aktuelle Situation als heuchlerisch. Auch Erna Solberg von der Høyre-Partei sieht Handlungsbedarf. Ein Wahlsieg des bürgerlichen Lagers im Herbst könnte das Investitionsverbot kippen.

Der norwegische Staatsfonds besitzt durchschnittlich 1,5 Prozent an jeder börsennotierten Firma weltweit. Eine Änderung der Investitionskriterien hätte Signalwirkung für institutionelle Investoren weltweit.

Die Diskussion um die ethische Ausrichtung des Fonds wird auch institutionell geführt. Zentralbankchefin Ida Wolden Bache betont, dass sich ethische Bewertungen im Lauf der Zeit ändern können.

Jens Stoltenbergs Rückkehr in die Innenpolitik könnte das Machtgleichgewicht beeinflussen. Die Verteidigungsindustrie gilt als wachstumsstarker Sektor mit hohem Renditepotenzial, was die Befürworter der Reform zusätzlich motiviert.

Quelle: Eulerpool Research Systems