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Nissan vor Rekordverlust: Zölle und schwache Verkäufe belasten massiv

  • Nissan erwartet einen Rekordverlust von bis zu 750 Milliarden Yen.
  • US-Zölle und schwache Verkäufe belasten den japanischen Autokonzern massiv.

Nissan hat seine Jahresprognose drastisch gesenkt und erwartet nun einen Rekordverlust von bis zu 750 Milliarden Yen, etwa 5,3 Milliarden US-Dollar. Ursprünglich war ein Verlust von 80 Milliarden Yen prognostiziert worden.

Die Ursachen sind tiefgreifend: Abschreibungen von über 500 Milliarden Yen auf Vermögenswerte in Nord- und Lateinamerika, Europa und Japan belasten das Unternehmen. Der neue CEO Ivan Espinosa spricht von einem „schwierigen Marktumfeld“ und kündigt weitere Restrukturierungen an.

Der Umsatz wurde leicht von 1,26 auf 1,25 Billionen Yen korrigiert. Besonders problematisch sind die neuen US-Zölle, da Nissan einen erheblichen Anteil seiner Fahrzeuge in Mexiko produziert und somit den 25-Prozent-Abgaben der Trump-Regierung ausgesetzt ist.

Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um 31 Prozent gefallen. Analysten sind skeptisch. Autoexperte Takaki Nakanishi kritisiert, dass das Sanierungskonzept unter dem früheren CEO Makoto Uchida keine Sonderkosten einkalkuliert hat.

Nissan plant, 9.000 Stellen zu streichen und die Produktionskapazität um 20 Prozent zu kürzen. Das Entwicklungsprogramm für zwei Elektro-Limousinen in den USA wurde gestoppt, da sich die Marktbedingungen geändert haben.

Der geplante Modellumbau wird zur Geduldsprobe. Die Verkaufszahlen sind auf 3,35 Millionen Einheiten gesunken und sollen laut Nakanishi frühestens 2028 nachhaltig steigen, vorausgesetzt, die Modellpalette wird grundlegend überarbeitet.

Die Finanzlage bleibt angespannt, obwohl Nissan zum Geschäftsjahresende rund 1,5 Billionen Yen an Netto-Cash ausweist. Hoffnung gibt ein möglicher neuer Partner: Der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn zeigt Interesse nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit Honda.

Ob sich Nissan stabilisieren kann, bleibt offen. Analysten sind sich einig: Die Zeit arbeitet nicht für Nissan.

Quelle: Eulerpool Research Systems