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Mondelez und US-Konzerne fordern Aufschub des EU-Entwaldungsgesetzes

  • Mondelez und US-Konzerne fordern Aufschub des EU-Entwaldungsgesetzes wegen wirtschaftlicher Belastungen.
  • Europäische Hersteller unterstützen das Gesetz, um die Glaubwürdigkeit der EU-Klimapolitik zu wahren.

Mondelez und andere US-Konzerne ziehen ihre Unterstützung für das EU-Entwaldungsgesetz zurück. Sie fordern eine Verschiebung, da das Gesetz ab Ende 2024 Importe aus abgeholzten Gebieten verbieten soll.

Mondelez, bekannt für Marken wie Cadbury und Milka, warnt vor wirtschaftlichen Belastungen durch zusätzliche Regulierung. Besonders im Kakaosektor, der von hohen Preisen und Versorgungsschocks betroffen ist.

Die Kakaopreise an der New Yorker Terminbörse haben sich in acht Monaten mehr als verdreifacht. Gründe sind ungünstige Witterung und Ernteausfälle in Westafrika, der wichtigsten Anbauregion.

Massimiliano di Domenico von Mondelez Europa betont, dass weitere regulatorische Hürden die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gefährden. Der Konzern fordert daher eine Verschiebung des Gesetzes.

Auch Mars und Hershey zeigen Zurückhaltung. Sie unterzeichneten keine Unterstützungsbriefe an die EU-Kommission, anders als europäische Konzerne wie Nestlé oder Ferrero.

Politischer Druck aus Washington beeinflusst die US-Unternehmen. Präsident Donald Trump ist skeptisch gegenüber Umweltschutzauflagen und forderte Brüssel auf, das Gesetz aufzuschieben.

Die EU verschob das Inkrafttreten des Gesetzes bereits im Oktober 2023 um ein Jahr. Dennoch wächst der Widerstand von Agrarverbänden, Holzindustrie und rechten politischen Lagern.

Europäische Hersteller wie Ferrero, Nestlé und Tony’s Chocolonely unterstützen die Umsetzung. Sie betonen, dass Verzögerungen die Glaubwürdigkeit der EU-Klimapolitik untergraben.

Antonie Fountain von Voice Network erklärt, dass die Unsicherheit über die Umsetzung der Branche Unmut bereitet. Viele Hersteller wollen Klarheit, während US-Unternehmen politische Konsequenzen fürchten.

Neben dem Entwaldungsgesetz sorgen auch das Digitale-Märkte-Gesetz und neue EU-Vorgaben zu Methanemissionen für Spannungen in den transatlantischen Handelsbeziehungen.

Quelle: Eulerpool Research Systems