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Mercedes-Benz: Rückzug von Level-3-Autonomie – Ein Risiko für den Innovationsmythos?

  • Mercedes-Benz zieht sich von Level-3-Autonomie zurück und setzt auf Level 2++.
  • Diese Entscheidung könnte den Innovationsanspruch und das Markenversprechen gefährden.

Mercedes-Benz galt lange als Vorreiter in der Automobiltechnologie. Doch mit dem Rückzug von Level-3-Autonomie in der neuen S-Klasse verliert der Konzern an Innovationskraft. Diese Entscheidung könnte das Markenversprechen gefährden.

Unter Dieter Zetsche setzte Mercedes Maßstäbe in der Branche. Technologien wie ABS und Airbags wurden zum Standard. Auch beim automatisierten Fahren war Mercedes Pionier. Die S-Klasse war das erste Serienfahrzeug mit zugelassenem Level-3-System.

Nun setzt Mercedes auf eine weiterentwickelte Level-2-Variante, genannt „Level 2++“. Der Drive Pilot, der die Fahraufgabe übernimmt, wird vorerst nicht weiterentwickelt. Diese Entscheidung wird als pragmatisch verkauft, kratzt jedoch am Innovationsanspruch der Marke.

Level 3 markiert den Übergang von Assistenz zu Autonomie. Mercedes war der erste Hersteller, der diese Schwelle überschritt. Der Rückzug bedeutet, dass Mercedes sich technologisch auf eine Stufe mit Tesla, BYD und Ford begibt.

Der Zeitpunkt ist kritisch. In China verliert Mercedes Marktanteile, in Europa zieht BMW vorbei. Die Luxusstrategie wirkt unscharf. Ola Källenius muss Profitabilität sichern und den Markenkern verteidigen – eine schwierige Balance.

Der Rückzug verstärkt den Eindruck, dass Mercedes momentan eher verwaltet als gestaltet. Für eine Premiummarke ist das riskant. Neue Modelle allein reichen nicht, um den Innovationsmythos zu erneuern.

„Das Beste oder nichts“ ist ein Anspruch, der ständig neu eingelöst werden muss. Der Schritt weg vom Level-3-Vorsprung lässt Zweifel aufkommen, ob Mercedes diesen Anspruch noch verfolgt. Der Mythos ist nicht zerstört, aber er hat Risse bekommen.

Quelle: Eulerpool Research Systems