Marelli unter US-Gläubigerschutz: Hedgefonds und strategische Käufer im Wettstreit
- Marelli beantragt US-Gläubigerschutz, um finanzielle Neuaufstellung zu erreichen.
- Hedgefonds und strategische Käufer konkurrieren um die Kontrolle des Unternehmens.
Der japanische Automobilzulieferer Marelli hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Ziel ist eine finanzielle Neuaufstellung angesichts massiver Liquiditätsprobleme und einer Schuldenlast von über 7,6 Mrd. US-Dollar.
Ein Konsortium unter Führung des Hedgefonds Strategic Value Partners (SVP) hält Marelli mit 1,1 Mrd. US-Dollar an debtor-in-possession-Finanzierung über Wasser. Die Gruppe plant eine vollständige Übernahme, sofern kein höheres Angebot innerhalb von 45 Tagen eingeht.
Die Insolvenz markiert einen Wendepunkt für einen der komplexesten Private-Equity-Deals Japans. 2019 fusionierte KKR Calsonic Kansei mit Magneti Marelli, was durch Covid-19 und Probleme bei Großkunden wie Nissan und Stellantis belastet wurde.
Distressed-Debt-Investoren wie Fortress und MBK Partners sind eingestiegen, was den Konflikt in die USA verlagert hat. Für KKR steht viel auf dem Spiel, nachdem bereits 2 Mrd. US-Dollar abgeschrieben wurden.
Der indische Zulieferer Motherson hat im Mai ein verbindliches Übernahmeangebot eingereicht, unterstützt von Automobilkonzernen, die Marelli als strategischen Partner sehen. Eine endgültige Entscheidung über den Eigentümerwechsel steht noch aus.
Die Situation ist besonders sensibel für japanische Kreditinstitute wie Mizuho, die sowohl bei Marelli als auch bei Nissan engagiert sind. Ein Verkauf an Finanzinvestoren gilt als politisch brisant, doch der Druck der Kapitalmärkte wächst.