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Machtkampf bei Clark: Insurtech in der Krise

  • Clark steht vor einem internen Machtkampf, da eine Investorengruppe gegen die jüngste Finanzierungsrunde klagt.
  • Die Bedingungen des Wandeldarlehens könnten der Allianz eine überproportionale Machtposition verschaffen.

Clark, einst ein führendes deutsches Insurtech, steht vor einem internen Machtkampf. Eine Investorengruppe klagt gegen die jüngste Finanzierungsrunde, da sie befürchtet, dass Clark zunehmend von der Allianz abhängig wird.

CEO Benedikt Kalteier übernahm vor eineinhalb Jahren die Führung von Gründer Christopher Oster. Er plante eine Kapitalrunde von 100 Millionen Euro, um das Wachstum zu fördern und die Unabhängigkeit zu stärken.

Die geplante Kapitalerhöhung scheiterte jedoch. Stattdessen erhielt Clark immer wieder Überbrückungskredite, was zu einer Abhängigkeit von einzelnen Investoren führte.

Ein kürzlich beschlossenes Wandeldarlehen, das Clark Liquidität verschaffen sollte, hat den internen Konflikt ausgelöst. Eine Investorengruppe wehrt sich juristisch gegen diese Entscheidung.

Der Vorwurf: Die Bedingungen des Darlehens könnten der Allianz eine überproportionale Machtposition verschaffen und möglicherweise eine faktische Übernahme ermöglichen.

Allianz ist bereits ein zentraler Partner und bedeutender Anteilseigner. Minderheitsinvestoren befürchten, dass die neue Finanzierung Clark gegenüber dem Großinvestor „ausgeliefert“ macht.

Clark war einst ein strahlendes Insurtech, das internationale Investoren anzog und zum Unicorn aufstieg. Doch der Markt fordert Konsolidierung, Kapital wurde knapp und die Kostenstruktur belastend.

Der Führungswechsel zu Kalteier sollte Professionalität bringen, doch ohne große Finanzierungsrunde blieb wenig Spielraum. Statt Expansion folgte Liquiditätsmanagement.

Die Eskalation zwischen den Geldgebern zeigt, wie fragil das Gefüge geworden ist. Minderheitsinvestoren stehen vor einem gefährlichen Szenario: Wer kein Kapital nachschießt, wird verwässert und verliert die Kontrolle.

Der Konflikt hat unmittelbare Folgen: Potenzielle neue Investoren könnten abgeschreckt werden. Ein Unicorn, dessen Gesellschafter sich verklagen, lädt kaum zum Einstieg ein.

Für Clark gibt es zwei Szenarien: Entweder bleibt es unabhängiger Marktführer oder wird zum strategischen Asset eines Versicherungsgiganten. Die nächsten Wochen sind entscheidend für die Zukunft des Insurtechs.

Quelle: Eulerpool Research Systems