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Lidls Preissenkungen: Mehr Schein als Sein im Preiskampf mit Aldi

  • Lidls Preissenkungen erwiesen sich als größtenteils temporär, mit vielen Preisen, die wieder stiegen.
  • Der Preiskampf mit Aldi ist mehr ein strategisches PR-Instrument als eine echte Entlastung für Verbraucher.

Vor einem halben Jahr kündigte Lidl eine „historische Preissenkung“ an, um im Wettbewerb mit Aldi die Preisführerschaft zu behaupten. Doch eine Analyse zeigt, dass viele Preise wieder gestiegen sind.

Smhaggle analysierte über 100.000 Kassenbons und fand heraus, dass mehr als ein Viertel der reduzierten Produkte heute teurer sind. Im Durchschnitt stiegen die Preise um 3,9 Prozent.

Lidl widerspricht und behauptet, 900 Produkte seien günstiger. Konkrete Beweise fehlen jedoch, was die Überprüfung erschwert.

Experten sehen in solchen Preissenkungen vor allem PR-Maßnahmen. Ein echter Preiskrieg wäre wirtschaftlich riskant und würde kaum Marktanteile verschieben.

Die hohen Lebensmittelpreise sind auf gestiegene Rohstoff-, Energie- und Personalkosten sowie Klimawandel zurückzuführen.

Lidl und Aldi setzen auf medienwirksame Preissenkungen bei Produkten wie Butter und Kaffee. Diese Aktionen beeinflussen das Preisimage, aber nicht die Gesamtausgaben der Haushalte.

Smhaggle fand heraus, dass von den angekündigten 500 Produkten nur 270 tatsächlich günstiger wurden. Zwei Drittel blieben unverändert, ein Viertel wurde teurer.

Für Verbraucher war der kommunikative Effekt größer als die tatsächliche Entlastung an der Kasse.

Im Discounter-Wettbewerb geht es mehr um das Image der Preisführerschaft als um einzelne Preise. Preise gleichen sich oft schnell an.

Studien zeigen, dass es kaum dauerhafte Preisunterschiede zwischen den großen Händlern gibt. Verbraucher können schwer erkennen, wer dauerhaft günstiger ist.

Die Smhaggle-Daten zeigen, dass sich der durchschnittliche Einkauf bei Lidl verteuerte, während er bei Aldi Süd leicht sank.

Nach sechs Monaten bleibt die Bilanz ernüchternd: Lidls Preisoffensive hat das Image geschärft, aber den Alltag der Verbraucher kaum günstiger gemacht.

Quelle: Eulerpool Research Systems