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Johnson & Johnson: Talkum-Klagen belasten Aktie trotz starker Geschäftszahlen

  • Empfehlung eines Gerichtsexperten belastet Johnson & Johnson-Aktie.
  • Talkum-Klagen erhöhen rechtliche Risiken trotz starker Geschäftszahlen.

Ein neuer Rückschlag in den US-Sammelklagen um asbestverseuchtes Babypuder belastet die Aktie von Johnson & Johnson. Die Empfehlung eines Gerichtsexperten, zentrale Klägeraussagen zuzulassen, drückt die Aktie trotz solider Geschäftszahlen.

Die Zeugenaussagen sollen einen Zusammenhang zwischen dem Talkum-Babypuder von J&J und Eierstockkrebs herstellen. Dies könnte die Beweisaufnahme in Tausenden von Klagen ausweiten und die rechtlichen Risiken für den Konzern erhöhen.

Johnson & Johnson versucht seit Jahren, die Haftungsrisiken durch Vergleichsmodelle zu begrenzen. Der empfohlene Schritt erschwert diese Strategie, da er den Klägern mehr Spielraum gibt, medizinische Zusammenhänge zu untermauern.

Für Investoren ist dies ein Warnsignal: Je stärker die Beweislast, desto höher könnten potenzielle Vergleichssummen oder Schadenersatzurteile ausfallen, was sich direkt auf Cashflow und Rückstellungen auswirkt.

Der juristische Rückschlag trifft J&J zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern hatte kürzlich mit besseren Geschäftszahlen und einer angehobenen Prognose überzeugt. Operativ läuft es in den Sparten Pharma und Medizintechnik robust.

Doch das Haftungsrisiko überlagert die operative Entwicklung. Der Kapitalmarkt bewertet nicht nur Gewinne, sondern auch Unsicherheit – und die ist im Babypuder-Komplex erheblich.

Der Fall zeigt, wie stark Produkthaftungsrisiken selbst bei soliden Konzernen die Bewertung beeinflussen können. Solange die Gerichte keine endgültige Entscheidung treffen, bleibt der Babypuder-Streit ein Risikoabschlag für die J&J-Aktie.

Quelle: Eulerpool Research Systems