Trotz überraschend starker Quartalszahlen sorgt ein vorsichtiger Ausblick für Ernüchterung bei Anlegern. Lieferengpässe und niedrige Lagerbestände dämpfen die Perspektiven des Chipkonzerns.
Intel hat im abgelaufenen Quartal operativ besser abgeschnitten als vom Markt erwartet. Getrieben vom anhaltenden Boom bei Rechenzentren und der hohen Nachfrage nach Server-Prozessoren im Zuge des KI-Ausbaus übertraf der Konzern die Gewinnschätzungen deutlich. Dennoch geriet die Aktie nachbörslich unter Druck, nachdem das Management einen zurückhaltenden Ausblick für das laufende Quartal vorlegte.
Konzernchef David Zinsner verwies auf Engpässe bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten. „Unsere Vorräte werden im ersten Quartal auf ihren niedrigsten Stand fallen, bevor sie sich wieder erholen“, erklärte er. Für die kommenden Monate stellte Intel einen Umsatz von 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar sowie lediglich ein bereinigtes Ergebnis auf Break-even-Niveau in Aussicht. Die Aktie reagierte prompt und verlor im nachbörslichen Handel rund fünf Prozent.
Grundsätzlich bleibt die Nachfrage robust. Der weltweite Ausbau von Rechenzentren treibt nicht nur den Absatz spezialisierter KI-Beschleuniger, sondern auch klassischer Server-CPUs. Intel profitiert davon, auch wenn der Konzern im Wettbewerb mit Nvidia und AMD weiterhin Marktanteile zurückgewinnen muss.
Im vierten Quartal sanken die Erlöse zwar um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte jedoch um 15 Prozent zu. Mit 0,15 Dollar je Aktie fiel das Ergebnis fast doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet.
Die Zahlen zeigen, dass Intel operativ stabiler wird und vom KI-getriebenen Infrastrukturboom profitiert. Gleichzeitig macht der vorsichtige Ausblick deutlich, wie fragil die Erholung noch ist. Lieferkettenprobleme und knappe Lagerbestände könnten das Wachstum kurzfristig bremsen – ein Signal, das an der Börse schwerer wog als die positiven Überraschungen im abgelaufenen Quartal.



