BayWa AG: Rettungsplan in Gefahr durch US-Energiepolitik
- BayWa AGs Rettung hängt von der Tochter BayWa r.e. ab, die durch US-Energiepolitik unter Druck steht.
- Steigende Zinsen und politische Änderungen gefährden den Sanierungsplan bis 2027.
Die BayWa AG steht vor einer großen Herausforderung. Die Rettung des hoch verschuldeten Konzerns hängt maßgeblich von der Tochtergesellschaft BayWa r.e. ab. Doch die energiepolitische Kehrtwende in den USA unter Präsident Donald Trump erschwert die Situation erheblich.
Ende 2024 wurde ein umfassendes Rettungspaket mit Banken und Großaktionären vereinbart. Frisches Eigenkapital, verlängerte Kredite und ein harter Sparkurs sollen den Konzern bis 2027 stabilisieren. Der Erfolg hängt jedoch entscheidend von der Entwicklung der Tochter BayWa r.e. ab.
BayWa r.e. ist im Bereich Wind- und Solarenergie tätig und trug zuletzt 20 Prozent zum Konzernumsatz bei. Ein erheblicher Teil des Vermögens und der internen Finanzierungen steckt in dieser Tochtergesellschaft. Gerät BayWa r.e. ins Straucheln, gerät das gesamte Sanierungskonzept ins Wanken.
Die Tochtergesellschaft wurde 2011 gegründet und wuchs lange rasant. Doch das kapitalintensive Geschäftsmodell ist stark fremdfinanziert. Steigende Zinsen seit 2022 verschlechterten die Bewertungsmodelle, was zu massiven Abschreibungen und einer angespannten Liquidität führte.
Ein externer Schock kam durch die Energiepolitik der Trump-Regierung. Die im Juli 2025 verabschiedete „One Big Beautiful Bill“ reduzierte Steueranreize für erneuerbare Energien und förderte fossile Energien und Kernkraft. Projekte wurden teilweise gestoppt.
Die USA waren zuletzt der wichtigste Absatzmarkt für BayWa r.e. 2024 wurden dort Projekte mit über 530 Megawatt Leistung verkauft. Verschlechterte Förderbedingungen und verzögerte Genehmigungen senken die Projektwerte und Verkaufserlöse.
Der BayWa-Konzern hat seine Ergebnisprognose zurückgezogen. Projekte im Vorratsvermögen müssen neu bewertet werden. Die Konkurrenz zeigt bereits hohe Abschreibungen, was auch für BayWa r.e. realistisch erscheint.
Sinkende Projektwerte belasten das Ergebnis und schwächen die Eigenkapitalquote. Dies könnte Auswirkungen auf Kreditauflagen und die gesamte Finanzierung des Konzerns haben.
Der Sanierungsplan beruht auf der Veräußerung von Vermögenswerten und der Bedienung von Schulden. Wenn die wichtigste Tochtergesellschaft weiter an Wert verliert, drohen erhebliche Risiken.
Die US-Energiepolitik wirkt wie ein externer Stresstest für die BayWa-Rettung. Ob der Sanierungsplan bis 2027 trägt, entscheidet sich nicht nur in Vorstandsetagen, sondern auch im Weißen Haus.