IAG investiert trotz globaler Unsicherheit in Flottenausbau und meldet kräftigen Gewinnsprung im ersten Quartal.
International Airlines Group (IAG) hat eine Großbestellung über insgesamt 71 Langstreckenflugzeuge bei Boeing und Airbus bekannt gegeben – ein klares Signal für den anhaltenden Optimismus der Airline-Gruppe trotz geopolitischer Unsicherheiten. 32 Maschinen vom Typ Boeing 787-10 sollen künftig für British Airways fliegen, während 21 Airbus A330-900neo an Iberia, Aer Lingus oder Level gehen. Zusätzlich wurden Kaufoptionen für weitere 23 Jets gesichert.
Mit der Bestellung reagiert IAG auf die stabile Nachfrage im Langstreckensegment, insbesondere im Premiumbereich. Im ersten Quartal 2025 erzielte der Konzern einen operativen Gewinn von 198 Millionen Euro – fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum (68 Millionen Euro). Besonders trugen höhere Passagiererträge und gesunkene Kerosinkosten zur Ergebnisverbesserung bei. Ein einmaliger Ausfall durch einen Stromausfall am Flughafen Heathrow kostete British Airways rund 40 Millionen Pfund.
Der Ausbau der Langstreckenflotte soll sowohl Ersatz für 35 ältere Flugzeuge schaffen als auch die Kapazität um 18 Einheiten erweitern. Die neuen Boeing-Jets werden mit Triebwerken von General Electric ausgestattet, die Airbus-Modelle mit Antrieben von Rolls-Royce. IAG betreibt aktuell 601 Flugzeuge in fünf Airlines.
Finanzchef Nicholas Cadbury betonte, dass die jüngst abgeschlossene Handelsvereinbarung zwischen den USA und Großbritannien keinen Einfluss auf die Entscheidung für Boeing gehabt habe. Zwar begrüße man den Abbau von Zöllen, doch sei die Beschaffung Teil langfristiger Investitionsplanung gewesen. Auch CEO Luis Gallego sieht Vorteile durch niedrigere Importabgaben auf Stahl, Aluminium und Flugzeugteile, warnte jedoch vor weiterhin bestehender regulatorischer Unsicherheit auf beiden Seiten des Atlantiks.
Trotz stabiler Premiumbuchungen gibt es erste Anzeichen von Zurückhaltung im US-Ferienreiseverkehr, vor allem in der Economy-Klasse. IAG sprach von „gewisser Schwäche“ bei Touristenbuchungen, hält die Gesamtnachfrage aber für „resilient“. Analysten stellen derweil Fragen zur Entwicklung des transatlantischen Markts – insbesondere im Licht der restriktiven Einreisepolitik der USA und wachsender protektionistischer Tendenzen unter Präsident Trump.
Die IAG-Aktie legte am Freitag in London um drei Prozent zu – getragen von der Zuversicht, dass der strategische Flottenumbau langfristig Wachstum und Ertragskraft sichert.




