Huel verzeichnet starke Umsatz- und Gewinnsteigerungen dank innovativer Produkte, wachsender Präsenz und einer erweiterten Zielgruppe.
Der britische Anbieter von Mahlzeitenersatzprodukten, Huel, hat seinen Vorsteuergewinn im Geschäftsjahr bis zum 31. Juli 2024 um 194 Prozent auf 13,8 Millionen Pfund gesteigert. Der Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 214 Millionen Pfund. Das Unternehmen profitiert von einer erweiterten Produktpalette und einer verstärkten Präsenz in Supermärkten, die seine Kundschaft über die ursprüngliche Zielgruppe technologieaffiner Männer hinaus erweitert hat.
Huel, bekannt für seine pflanzenbasierten „Complete Food“-Pulver, hat sein Sortiment um trinkfertige Getränke, Snackriegel sowie „Hot and Savoury“-Gerichte wie Pasta Bolognese und Currys ergänzt. Diese können von den Konsumenten mit kochendem Wasser zubereitet werden. Die Produkte sind mittlerweile in über 25.650 Geschäften weltweit erhältlich, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Rund 70 Prozent aller britischen Supermärkte führen mindestens ein Huel-Produkt.
„Wir wollen Ernährung einfacher machen“, sagte CEO James McMaster. Besonders die trinkfertigen Produkte haben die Marke für Frauen attraktiver gemacht, die zuvor von den proteinpulverähnlichen Pulvern weniger angesprochen wurden.
Die steigende Beliebtheit von Anti-Obesitas-Medikamenten wie GLP-1-Injektionen hat die Nachfrage nach nährstoffreichen Mahlzeiten zusätzlich beflügelt. Patienten, die ihre Protein- und Vitaminaufnahme optimieren müssen, greifen vermehrt zu Huel-Produkten. Gleichzeitig plant das Unternehmen, Märkte mit traditionelleren Ernährungsgewohnheiten durch seine „Hot and Savoury“-Gerichte zu erschließen.
Huel hat im vergangenen Jahr seine EBITDA um 86 Prozent auf 18,2 Millionen Pfund gesteigert, bei einer Bruttomarge von 59 Prozent. Der Aufbau eines eigenen Produktionsstandorts in Milton Keynes trug zur Effizienzsteigerung bei. Das Unternehmen wird von langjährigen Investoren wie Highland Europe und Morgan Stanley unterstützt, die 2023 über ihren klimafokussierten Private-Equity-Fonds investierten.
Obwohl Huel 2021 ein Börsendebüt erwogen hatte, sind diese Pläne vorerst auf Eis gelegt. McMaster betonte, dass Huel derzeit keine weiteren Mittel benötige und sich auf organisches Wachstum konzentriere. Die globale Expansion und der Fokus auf nährstoffreiche Produkte machen das Unternehmen jedoch potenziell attraktiv für Übernahmen durch multinationale Konzerne, insbesondere aus den Bereichen Nahrungsergänzungsmittel oder medizinische Ernährung.



