Großbritannien stellt umfangreiche Mittel bereit, um sich auf einen möglichen militärischen Einsatz in der Ukraine nach einer Waffenruhe vorzubereiten. Gemeinsam mit Frankreich und der Ukraine arbeitet London an den Grundlagen für eine multinationale Schutztruppe.
Das britische Verteidigungsministerium hat rund 200 Millionen Pfund – umgerechnet etwa 230 Millionen Euro – freigegeben, um die eigenen Streitkräfte auf einen möglichen Einsatz in der Ukraine vorzubereiten. Das Geld soll vor allem in die technische Aufrüstung fließen. Geplant sind unter anderem Modernisierungen von Militärfahrzeugen sowie zusätzlicher Schutz gegen Drohnenangriffe.
Ziel ist es, britische Einheiten schnell einsatzfähig zu machen, falls es nach einer Waffenruhe zur Entsendung einer internationalen Friedenstruppe kommt.
In dieser Woche unterzeichneten Großbritannien, Frankreich und die Ukraine eine Absichtserklärung, die die Stationierung ausländischer Truppen auf ukrainischem Gebiet für die Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand vorsieht. Die geplante Mission soll der Stabilisierung dienen und die Einhaltung einer Waffenruhe absichern.
Die genaue Ausgestaltung, insbesondere Umfang und Aufgaben der Truppe, ist noch offen und soll in den kommenden Wochen konkretisiert werden.
Über die Zahl der britischen Soldaten, die im Ernstfall entsandt würden, muss das Parlament noch beraten. Die Abgeordneten sollen sowohl über den Umfang des Einsatzes als auch über dessen rechtliche und politische Grundlagen abstimmen.
Damit ist der Schritt zwar militärisch vorbereitet, politisch aber noch nicht beschlossen. Klar ist jedoch: London positioniert sich frühzeitig für eine aktive Rolle in einer möglichen Nachkriegsordnung in der Ukraine.




