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Frankreichs Inflation sinkt überraschend auf 0,6 %: EZB vor geldpolitischer Lockerung

  • Frankreichs Inflation fällt im Mai auf 0,6 %, niedrigster Stand seit Dezember 2020.
  • EZB könnte am 5. Juni den Einlagensatz senken, um Inflationsziel zu erreichen.

Die Inflation in Frankreich fiel im Mai auf 0,6 %, den niedrigsten Stand seit Dezember 2020. Hauptursache sind gesunkene Energiepreise, die um 8,1 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgingen. Analysten hatten eine Teuerung von 0,9 % erwartet.

Auch die Preise für Industriegüter sanken leicht um 0,2 %. Die Preissteigerung im Dienstleistungssektor, ein wichtiger Indikator für strukturellen Inflationsdruck, schwächte sich von 2,4 % auf 2,1 % ab. Frankreichs Inflationsrate liegt nun klar unter dem EZB-Ziel von 2 %.

Diese Entwicklung stärkt die Argumente für eine Lockerung der Geldpolitik. Der Präsident der französischen Notenbank, François Villeroy de Galhau, bezeichnete dies als „sehr ermutigendes Zeichen“ für eine anhaltende Disinflation. Die Normalisierung der Geldpolitik sei noch nicht abgeschlossen.

Die Europäische Zentralbank könnte am 5. Juni erstmals seit 2022 den Einlagensatz auf 2 % senken. Der litauische Zentralbankchef Gediminas Simkus sprach sich für weitere Zinssenkungen aus, um das Inflationsziel nicht zu verfehlen.

Frankreich ist nicht allein. Auch in Italien, Spanien und Deutschland werden Inflationsdaten unter der 2-Prozent-Marke erwartet. Ein flächendeckender disinflationärer Trend in der Eurozone zeichnet sich ab, was die geldpolitischen Entscheidungen der kommenden Monate beeinflussen könnte.

Quelle: Eulerpool Research Systems