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EZB-Studie: Europäische Banken benötigen mehr Kapital nach US-Regeln

Quelle: eulerpool

EZB-Forschung zeigt, dass europäische Banken bei Anwendung von US-Kapitalregeln deutlich mehr Kapital vorhalten müssten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt, interne Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, die zeigen, dass Kapitalanforderungen für große europäische Banken bei Anwendung der US-Regeln um zweistellige Prozentsätze steigen würden. Dies könnte die Debatte um die Umsetzung der Basel-III-Regeln im Bankensektor verschärfen.

Basel III, ein globales Reformpaket, das nach der Finanzkrise von 2008 entwickelt wurde, soll die Nutzung interner Risikomodelle durch Banken einschränken, um die Stabilität ihrer Bilanzen realistisch abzubilden. Während europäische Banken argumentieren, dass sie bereits höhere Kapitalniveaus als ihre US-Pendants vorhalten, zeigt der interne Bericht der EZB das Gegenteil: Bei Anwendung der US-Regeln würden die Mindestkapitalanforderungen für die größten EU-Banken erheblich steigen.

US-Banken müssen zusätzliche Kapitalpuffer auf Basis ihrer systemischen Bedeutung und jährlicher Stresstests der Federal Reserve vorhalten. In Europa hingegen können Banken stärker auf interne Modelle zurückgreifen, um ihre Risiken niedriger darzustellen, was ihre Kapitalquoten im Vergleich zu den USA künstlich erhöht. Die European Banking Federation hatte 2022 zusammen mit Oliver Wyman eine Studie veröffentlicht, die höhere durchschnittliche Kernkapitalquoten europäischer Banken im Vergleich zu US-Instituten belegen sollte.

Die Veröffentlichung der EZB-Ergebnisse wird von einigen Entscheidungsträgern kritisch gesehen, da die Analyse auf Annahmen basiert, die von der Bankenindustrie angefochten werden könnten. Zudem enthält der Bericht vertrauliche Daten, was eine Publikation erschwert.

Mit der US-Entscheidung, die Basel-Vorgaben möglicherweise abzuschwächen oder ganz zu kippen, wächst der Druck auf die EU, ihre Regeln ebenfalls zu lockern. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat jedoch berechnet, dass die neuen Basel-III-Regeln die Kapitalanforderungen großer europäischer Banken um durchschnittlich 8,6 Prozent erhöhen werden, bei systemrelevanten Banken sogar um 12,2 Prozent.

Claudia Buch, Chefin der Bankenaufsicht der EZB, betonte kürzlich, dass Europa an der vollständigen Umsetzung der Basel-Regeln festhalten sollte, unabhängig von den US-Entscheidungen. Sie verwies darauf, dass Wall-Street-Banken bereits deutlich strengeren Anforderungen unterliegen als ihre europäischen Gegenstücke. Unterdessen führten Brüsseler Gesetzgeber bereits zu Beginn des Jahres Erleichterungen für kleinere Unternehmen, Hypothekenkredite und Versicherungstöchter ein.

Die EZB steht vor der Entscheidung, ob sie ihre Ergebnisse veröffentlichen und damit potenziell die Diskussion um die Stabilität des europäischen Bankensystems anheizen wird.