Die Lage in Venezuela spitzt sich dramatisch zu. Nach einem von Donald Trump bestätigten US-Militäreinsatz gegen das Land droht Caracas mit dem Einsatz sämtlicher verfügbarer Streitkräfte. Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau sollen laut Washington festgesetzt worden sein. Die internationale Gemeinschaft blickt alarmiert auf eine Eskalation mit kaum absehbaren Folgen.
US-Präsident Trump erklärte öffentlich, dass die Vereinigte Staaten einen großangelegten Angriff auf Venezuela durchgeführt hätten. Ziel sei nicht nur militärische Infrastruktur gewesen, sondern auch die Festnahme des venezolanischen Staatschefs und seiner Ehefrau. Beide seien außer Landes gebracht worden.
Trump sprach von einer Operation in Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden und kündigte eine Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago an. Die venezolanische Regierung erklärte hingegen, sie habe derzeit keine Kenntnis über den Aufenthaltsort Maduros. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez forderte einen sofortigen Lebensnachweis.
Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino kündigte als Reaktion einen umfassenden Gegenschlag an. Geplant sei ein „massiver Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischen Mittel“. Die USA hätten venezolanisches Territorium verletzt und auch Wohngebiete angegriffen, sagte Padrino in einer verbreiteten Ansprache.
Ziel der Angriffe seien nach Angaben aus Caracas unter anderem die Hauptstadt Caracas, die Küstenstadt La Guaira sowie die Bundesstaaten Miranda und Aragua gewesen. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand und rief zur landesweiten Mobilisierung auf.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro sprach von einer Bombardierung Venezuelas und forderte eine sofortige Krisensitzung der Organisation Amerikanischer Staaten sowie der Vereinte Nationen. Auch andere Staaten der Region äußerten Sorge vor einer militärischen Eskalation in Lateinamerika.
Venezuela erklärte, man klage die USA vor der internationalen Gemeinschaft wegen einer „schweren militärischen Aggression“ gegen Staat und Bevölkerung an.
Die USA warnten ihre Staatsbürger eindringlich vor Reisen nach Venezuela und forderten dort lebende US-Bürger auf, sich in Sicherheit zu bringen und das Land zu verlassen, sobald dies gefahrlos möglich sei. Venezuela bleibt auf der höchsten Reisewarnstufe.
Zusätzlich untersagte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Flugverkehr in mehreren Regionen rund um Venezuela, darunter der Luftraum bei Maiquetía, Curaçao, Trinidad und Puerto Rico. Hintergrund seien anhaltende militärische Aktivitäten.
In der Nacht wurden aus Caracas und umliegenden Regionen schwere Explosionen gemeldet. Journalisten und Anwohner berichteten von Flugzeuglärm, Bränden und Schusswechseln, insbesondere in der Nähe des größten Militärstützpunkts Fuerte Tiuna sowie rund um den Präsidentenpalast Miraflores.
In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von Rauchsäulen und fliehenden Menschen. Offizielle Angaben zu Opferzahlen lagen zunächst nicht vor, Berichte über Verletzte und Tote werden laut venezolanischen Stellen noch ausgewertet.
Washington wirft Venezuela seit längerem vor, den Drogenschmuggel aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA zu gefährden. US-Streitkräfte hatten in den vergangenen Monaten wiederholt mutmaßliche Schmugglerboote angegriffen. Kritiker sprechen von völkerrechtswidrigen Aktionen.
Maduro wiederum sieht hinter den US-Maßnahmen einen Versuch, seine Regierung zu stürzen und Zugriff auf Venezuelas große Erdölreserven zu erlangen. Noch vor wenigen Tagen hatte er sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt – zugleich aber die Verteidigungsfähigkeit des Landes betont.
Mit der Festnahme eines amtierenden Staatschefs und der Ankündigung umfassender militärischer Gegenmaßnahmen erreicht der Konflikt eine neue Dimension. Ob diplomatische Kanäle die Eskalation noch stoppen können oder ob eine regionale militärische Auseinandersetzung droht, dürfte sich in den kommenden Stunden und Tagen entscheiden.




